Konzeption der Arche Noah
Unser Anspruch für unsere Konzeption liegt darin:
- Antworten auf die Fragen, Lebensentwürfe und Lebenszusammenhänge zu finden, zu denen wir im pädagogischen Umfeld einen Bezug haben.
- Eine wertegeleitete Haltung zu zeigen, die die Voraussetzung für unsere Arbeit darstellt.
- Eine Pädagogik zu beschreiben, deren theoretisches Gerüst im Alltag als Orientierung lebbar bleibt.
Menschenbild - Die Autopoiese
Autopoiese ist ein Begriff aus der Theorie des Konstruktivismus und bedeutet die Fähigkeit sich selbst zu erhalten, zu wandeln.
Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am Menschenbild der Autopoiese.
Jedes Kind, jeder Mensch handelt und entwickelt sich gemäß seiner inneren Struktur, die, neben seiner biologischen Anlage, geprägt und bedingt ist von seinen subjektiven Empfindungen und Deutungen.
Montessori drückt es wie folgt aus: "Das Kind ist Baumeister seiner selbst"
Jedes pädagogische Handeln kann das Kind immer nur gemäß seiner eigenen inneren Struktur verarbeiten.
Eine "richtige" Methode, um pädagogische Ziele zu erreichen gibt es leider nicht- dies ist ein Mythos.
Die Bedeutung von Beziehungen
Die Wichtigkeit und Bedeutung von Beziehungen ist das tragende Element im Leben von Menschen. Der Mensch braucht ein Gegenüber, um sich ausdrücken zu können, um zu lernen, um etwas über sich selbst und die Welt erfahren zu können.
Für uns bedeuten Beziehungen, ein Kind in seinem individuellen Dasein anzuerkennen und uns innerhalb unserer Rolle als Pädagogen als authentische Persönlichkeit zu zeigen, d.h., sowohl die Rolle im Beruf und die eigene Persönlichkeit relationierend zusammen zu bringen.
Erst in einer Beziehung wird es möglich, einander zu begegnen und Verständnis, Mitgefühl, Sympathie, Liebe aber auch Distanz und Unterschiede zu erkennen und zu leben.
Somit ist die Beziehungsebene und die Bindung, die das Kind z.B. zu seinen Eltern zeigt Ausgangspunkt unserer Arbeit. Danach gestalten wir die Eingewöhnung, die Betreuungsformen und die pädagogischen/heilpädagogischen Interventionen.
Aspekte unseres pädagogischen Handelns
Maßvolle Anregung und Unterstützung
beinhaltet: Begleiten, Anleiten, Fördern, Erziehen
"Da das Kind sich vor allem in seinem Handeln selbstverwirklicht, ist es unmöglich, ein Kind zu achten, ohne sein Handeln zu achten." (Rotthaus)
Selbstbetätigung
beschreibt aktives Tun des Kindes, welches Sinn für das Kind erhält.
Sprache
"In - der - Sprache - Sein ist das, was wir als Bewußtsein oder als "unseren Geist" und "unser ich" erfahren." (Maturana und Varela)
Spiel
als Schlüssel zur Welt!
Integration
mit dem Schwerpunkt der Ich-Stärkung als notwendige und nützliche Ressource. Integration bedeutet für uns, die Unterschiedlichkeit von Kindern, die grundsätzlich durch individuelle Biografien vorhanden sind, als auch bedingt durch Teilhabeeinschränkungen zuzulassen und das gemeinsame Leben im Alltag als Selbstverständnis zu erfahren.
Interkulturelle Erziehung
Unter interkultureller Erziehung verstehen wir einen Prozess der Auseinandersetzung von verschiedenen Kulturen, es ist der Versuch eines gleichberechtigten miteinander leben und voneinander lernen.
Wir wollen alle Kinder und ihre Familien in ihrem jeweiligen kulturellen Selbstverständnis akzeptieren und unterstützen, das bedeutet, Gemeinsamkeiten zu entdecken und herauszuarbeiten, vorhandene Unterschiede und Gegensätze nicht zu verwischen, sondern ihre Vielfalt als Bereicherung zu verstehen und zu nutzen.
Konzept:
- Sprachförderung: Erzieherinnen vermitteln Kindern mit Migrantenhintergrund im Rahmen ihrer Erziehungsarbeit sprachlich gezielte Förderung. Der Erwerb der Muttersprache wird unterstützt, damit die Kinder eine Sprachsemantik beherrschen, um eine Zweitsprache gut erlernen zu können.
- Interkulturelle Angebote: Beispielsweise alle zwei Monate wird ein multikulturelles Frühstück für alle Mütter angeboten oder türkische Eltern kochen für die Kinder usw.. Derartige Angebote sind aus der einfachen Idee entstanden, einander besser kennen zu lernen, sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
- Qualifizierung von Mitarbeitenden: Mitarbeitende qualifizieren sich zu Integrationsbegleitern fort, setzen sich für das soziale Miteinander und die Integration ein, nehmen die Rolle als Vermittler zwischen den verschiedenen Kulturen ein.
- Interkulturelle Erziehung: Erzieherinnen und Eltern werden für kulturelle Prägungen sensibilisiert und lernen, eigene Kulturmuster zu reflektieren und fremde Kulturen zu verstehen.
Dokumentation des pädagogischen Handelns
- Vor- und Nachbereitung von pädagogischen Themen
- Fallbesprechungen
- Gesprächsprotokolle z.B. von Elterngesprächen, Telefonaten, interdisziplinärem Austausch
- Entwicklungsbeobachtungen
- Entwicklungsberichte
- Abschlussberichte
- Gruppentagebuch
- Anamnesegespräche
- Bildungsdokumentation
- BASIK zur Entwicklung der Sprache
(Erhebung zum Feststellen der Sprachentwicklung