Zukunft der Pflege: Veranstaltung der Caritas bringt Politik und Pflegepraxis zusammen
Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Politik und kommunaler Verantwortung kamen dabei zusammen, um über die Herausforderungen der kommenden Jahre und notwendige Veränderungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Rahmenbedingungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Beschäftigte sowie die Frage, wie eine wohnortnahe Versorgung dauerhaft gesichert werden kann. Die Veranstaltung zog zahlreiche Gäste auf den Hof Lohmann. Das Hofcafé war bis auf den letzten Platz gefüllt.
"Pflege ist eine der großen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben. Umso wichtiger ist es, dass wir miteinander darüber sprechen, wie gute Pflege auch künftig gelingen kann", sagt Dr. Ansgar Seidel, Vorstandssprecher des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf und Mitorganisator der Veranstaltung. Die Diskussion habe gezeigt, wie zentral dabei der Austausch zwischen Politik, Kommunen und den Einrichtungen vor Ort ist. Bei allen strukturellen und finanziellen Fragen gehe es am Ende immer um die Menschen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, sind sich die Organisatoren der Veranstaltung einig.
Der Denkzirkel Pflege als Organisator der Veranstaltung bündelt die Perspektiven verschiedener Caritas-Institutionen im Kreis Warendorf. Ihm gehören der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf, der Caritasverband für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst, die Caritas Ambulante Dienste GmbH, die Caritas Seniorenheime sowie das Edith-Stein-Berufskolleg für Pflegeberufe an. Insgesamt stehen die beteiligten Einrichtungen für rund 3.000 Mitarbeitende, die täglich viele tausend Menschen im Kreisgebiet pflegen, unterstützen und begleiten.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Markus Weber, Geschäftsführer der Caritas Ambulante Dienste GmbH, und Sabine Holzkamp, stellvertretende Geschäftsführerin des Caritasverbandes für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst.
Politik und Pflegepraxis gemeinsam auf einer Bühne
Die Perspektive der Politik auf die Zukunft der Pflege brachte die CDU-Bundestagsabgeordnete Simone Borchardt ein. Borchardt, eigens aus Mecklenburg-Vorpommern zu der Veranstaltung angereist, konnte als gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion die geplanten Gesetzesvorhaben rund um die Pflege aus erster Hand einordnen.
Neben ihr gehörten Karin Rodeheger, Bürgermeisterin der Stadt Oelde, Tobias Ahrens, Geschäftsführer der Caritas Seniorenheime Betriebsführungs- und Trägerschaft GmbH, und Mohammed Scharro, Pflegedienstleiter der Caritas Sozialstation Ahlen, zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion. Ein Grußwort steuerte zudem der hiesige Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum bei.
Gerade die Verbindung unterschiedlicher Perspektiven war ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung. Die Herausforderungen in der Pflege lassen sich nicht aus nur einer Perspektive betrachten. Ein Anliegen der Veranstaltung war es daher, die stationäre und ambulante Pflege ebenso einzubeziehen wie die Kommunen des Kreises Warendorf.
Die Caritas-Institutionen sehen dabei eine Vielzahl miteinander verbundener Themen: die Stärkung der häuslichen Pflege, die Entlastung pflegender Angehöriger, professionelle Unterstützungsangebote im Sozialraum, die Bedeutung ambulanter Dienste sowie gute Bedingungen für Ausbildung und Beschäftigte.
Pflege entscheidet sich auch vor Ort
Insbesondere die Kommunen spielen aus Sicht des Denkzirkels eine wichtige Rolle. Denn die Frage, wie ältere und pflegebedürftige Menschen leben können, ist eng mit den Strukturen in Städten und Gemeinden verbunden. Bei der Veranstaltung wurde deshalb thematisiert, was gute Pflege konkret vor Ort benötigt und welche Lösungen Politik und Praxis gemeinsam dafür entwickeln sollten.
Mit der Veranstaltung möchte der Denkzirkel zugleich über den einzelnen Termin hinaus Impulse setzen. Der Zusammenschluss richtet seinen Blick auf Gegenwart und Zukunft der Pflege im Kreis Warendorf und will den Austausch zwischen den beteiligten Institutionen und weiteren Akteuren voranbringen.
"Wir wollen die Impulse aus der Veranstaltung aufnehmen und den begonnenen Dialog fortsetzen. Der Denkzirkel Pflege wird sich auch künftig mit den zentralen Fragen zur Zukunft der Pflege beschäftigen und dabei Akteure der Pflege, Politik und Kommunen zusammenbringen", lautet der einhellige Tenor der Caritas-Institutionen.

Die Zukunft der Pflege zog zahlreiche Gäste auf den Hof Lohmann. Das Hofcafé war bis auf den letzten Platz gefüllt (Foto: Caritasverband).