Pflegeportrait Nina de Leur
Sie hat entweder Früh- oder Spätdienst - und findet diesen wechselnden Rhythmus richtig gut. Nina de Leur arbeitet als Heilerziehungspflegerin im Lummerland: Das ist eine Einrichtung des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf, in der Kinder und Jugendliche mit Behinderung wohnen - sowohl dauerhaft als auch zeitlich begrenzt. Jeweils sechs Plätze stehen in den beiden Wohnformen zur Verfügung.
"Ich arbeite ausschließlich mit den Kindern, die zum Kurzzeitwohnen kommen", erzählt die 29-jährige Nina de Leur. Auslöser für diese Aufenthalte sind meistens Situationen, in denen die Eltern der Kinder selbst in Kur oder Urlaub fahren oder aus anderen Gründen eine Auszeit nehmen. Dann machen ihre Kinder parallel "Urlaub von Zuhause" und leben für wenige Tage bis mehrere Wochen im Lummerland.
Die Heilerziehungspflegerin mag an ihrem Job besonders, dass er so abwechslungsreich ist. "Obwohl wir viele Stammgäste haben. Sie verabschieden sich oft mit den Worten: Dann bis zum nächsten Mal", lacht de Leur. Ihre Frühschicht beginnt morgens um 6 Uhr mit der Übergabe durch die Nachtwache. "Dann frühstücken wir gemeinsam mit den Kindern und ab 7.10 Uhr kommen die Schulbullis." Die Kinder werden dann meistens in eine der umliegenden Förderschulen gebracht. Um 10 Uhr endet für Nina de Leur der Frühdienst. "Für mich ist das super. Ich habe einen Hund, der sich freut, wenn ich nach einem kurzen Frühdienst ausgiebig mir ihm spazieren gehen kann." Da ihr Mann auch im Schichtdienst tätig sei, könne sie Job und Privatleben gut miteinander verbinden.
Der Spätdienst ist länger und dauert von 15 bis 21 Uhr. "Ab 15.30 Uhr kommen die Kinder von der Schule zurück. Und dann ist Freizeitprogramm angesagt." Jeder Tag sei dabei unterschiedlich. Hin und wieder wolle ein Kind erstmal eine Verschnaufpause. Der Hof Lohmann in Freckenhorst, auf dem das Lummerland angesiedelt ist, bietet den Kindern viele Freizeitmöglichkeiten. Sie können Schafe beobachten, Ziegen füttern oder auch das Shetland-Pony Otto am Halfter nehmen und mit ihm eine Runde über den Hof drehen. "Die Kinder machen das auf jeden Fall besser als ich", schmunzelt de Leur. Die Tagesgestaltung ergebe sich oft spontan. Manchmal plane man einen kleinen Ausflug - etwa zum Tierpark in Hamm oder an den Feldmarksee in Sassenberg. "Wir haben zwei Autos zur Verfügung, die wir nützen können." Darunter sei auch ein Bulli, der vor allem für die Rollstuhlfahrer gebraucht werde. Nicht nur die Betreuung, auch die Pflege der Kinder gehöre zu Job, erzählt Nina de Leur. "Wenn die Rollstuhlfahrer duschen wollen, dann ist es zum Beispiel meine Aufgabe, sie dabei zu unterstützen."
Bei allen Angelegenheiten, die im täglichen Dienst anfallen, sei es vorteilhaft, dass das Caritas-Team super funktioniere und sich die Mitarbeitenden gegenseitig helfen. Nina de Leur weiß, warum sie das macht: "Wenn die Kinder glücklich sind, bin ich auch glücklich."