Pflegeportrait Nadine Bülter
Die Arbeit ist anstrengend und herausfordernd - aber sie macht Spaß. Wer Nadine Bülter ins Gesicht schaut, weiß das. Auch ohne Worte. Denn die 41-Jährige strahlt, als sie von ihrem Beruf erzählt. Sie beendet bald ihre Ausbildung als Pflegefachassistenz im Dechaneihof St. Marien in Freckenhorst, eine Pflegeeinrichtung in Trägerschaft der Caritas Seniorenheime Betriebsführungs- und Trägerschaft GmbH. des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf.
Nadine Bülter ist Quereinsteigerin und von Beruf ursprünglich "Hausfrau und Mama", wie sie stolz erzählt. Als ihre drei Kinder weniger Betreuung brauchten, warb eine Freundin sie für die Pflege. "Versuch’s doch einfach mal", hieß es. Das liegt nun elf Jahre zurück. Und heute ist die Everswinkelerin glücklich, dass sie es damals gewagt hat. "Man kriegt in diesem Beruf so viel Dankbarkeit zurück", freut sie sich. Oft habe sie mit Bewohnern zu tun, die etwa nach einem Krankenhaus-Aufenthalt zur Kurzzeitpflege in die Senioreneinrichtung kommen. "Und die machen meistens schon nach drei Tagen gewaltige Fortschritte. Das zu erleben, ist cool. Es macht richtig Spaß!"
Die Arbeit mit Menschen ist kein Job am Fließband. Das schätzt die Everswinkelerin - beispielsweise, wenn es darum geht, gelegentlich mit den Senioren in ein Pläuschen zu kommen und dadurch etwas über deren Lebensgeschichte zu erfahren. "Ich versuche auch, mir im Arbeitsalltag die Zeit dafür zu nehmen", erklärt die 41-Jährige.
Im Team sei viel möglich. "Das ist hier wie eine zweite Familie", betonte Nadine Bülter. Und fügt hinzu: "Unser Paulus-Team ist ein super gutes Team, das beste Team überhaupt." Dass sie sich auf die Kolleginnen verlassen kann, ist wichtiger Bestandteil der guten Arbeitsatmosphäre. Absprachen seien verlässlich, betont Bülter, die eine 25-Stunden-Woche hat. "Vollzeit zu arbeiten, wäre mir zu viel", erzählt sie. Vielleicht würde sie zu einem späteren Zeitpunkt auf 30 Stunden aufstocken, aber dann wäre Schluss. "Die Arbeit ist körperlich und psychisch herausfordernd." Die 41- Jährige bedauert das nicht, im Gegenteil. Aber sie will Grenzen setzen. "Ich habe ja auch noch ein Privatleben", lächelt sie.
Schön wäre, wenn weniger Zeit für die Dokumentation draufginge, meint Bülter. Das ist ihr Wunsch an die Politik. Die Dokumentation sei sicher wichtig, aber ein "echter Zeitfresser". Und diese Zeit könnte besser investiert werden - eben, indem man sich um den einzelnen Bewohner kümmert. Darum gehe es schließlich: dem einzelnen Menschen zu helfen. "Genau deswegen ist die Pflege so ein toller Beruf."