Zappelphilipp und Trotzkopf frühzeitig erreichen

Erziehungsberatungsstelle erweitert Angebot

Das kennen viele Eltern: Schon kleine Kinder unterscheiden sich in ihrer Persönlichkeit erheblich. Kein Kind ist ständig ausgeglichen, folgsam und zufrieden. Es gibt aber Kinder, die erheblich schneller als ihre Altersgenossen die Geduld verlieren, in Wut geraten oder sich nur schwer von Erwachsenen anleiten lassen. Rückzug aus dem gemeinsamen Spiel, Wutanfälle, sich nicht an Regeln halten sind Beispiele für häufige Klagen von Eltern und Erziehern. Die Kinder leiden selbst unter diesen Konflikten, kommen aber aus ihrem Verhaltenskreislauf nicht heraus. Ihre Eltern sind darüber ebenso unglücklich – und ratlos.

Die Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf e.V. bietet seit jeher Beratung für die betroffenen Familien an. Aufgrund des gehäuften Auftretens dieser Schwierigkeiten schon im Vorschulalter wird das Angebot nun erweitert:
„Wichtig ist, dass wir die Kinder frühzeitig erreichen“, betont Dipl.-Psychologin Andrea Froböse, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle. „Die Verhaltensweisen würden sich sonst immer weiter verfestigen. Dann sind schulische Probleme oft vorprogrammiert.“ Sie weist darauf hin, das die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle in vielen Familienzentren Sprechstunden abhalten, „so können sich Eltern inzwischen noch unkomplizierter an uns wenden“.

Der Beratungsablauf ist erprobt: Es wird zunächst gemeinsam mit den Eltern nach den Ursachen für die Verhaltensschwierigkeiten geforscht, aber auch nach individuellen Stärken und Veränderungsmöglichkeiten. Auf eine entwicklungspsychologische Diagnostik des Kindes erfolgt dann eine individuelle Beratung.

Neu ist nun das dazugehörige Gruppenangebot: Dipl.-Sozialpädagogin Mechthild Pawlowski erklärt: „Eine Elterngruppe wird die Eltern für die typischen Erziehungssituationen stärken, in denen diese Kinder eine besondere Anleitung und Strukturierung brauchen“. Kombiniert wird die Gruppe dann mit einer Reihe von Mutter-Kind-Treffen.

Und Mechthild Büscher, ebenfalls Dipl.-Sozialpädagogin, ergänzt: „Die Eltern können die Verhaltenstipps direkt ausprobieren, sich gegenseitig unterstützen, aber auch gemeinsam mit ihren Kindern Spaß erleben und schöne Erfahrungen machen. Die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung ist ein wichtiges Element in dieser Beratung.“

Sofern die Eltern einverstanden sind, wird das pädagogische Vorgehen auch mit der Erzieherin im Kindergarten abgesprochen. Alle Beteiligten können dann in die gleiche Richtung arbeiten.

Das neue Beratungsangebot wird von den Dipl.-Sozialpädagoginnen M. Pawlowski und M. Büscher gemacht, die beide auch Sprechstunden in den Familienzentren abhalten. Die Beratungszeiten hängen in den Familienzentren Warendorf, Freckenhorst, Beelen, Sassenberg, Telgte und Ostbevern vor Ort aus.

Die Beratungsstelle ist telefonisch zu erreichen unter 02581 / 63 65 82.
Persönliche Anmeldung: Kirchstr. 6, Warendorf Mo.-Do. von 9.00 – 12.00 und 14.00 – 16.00 Uhr, Fr. von 9.00 – 12.00 Uhr.

Zappelphilipp und Trotzkopf frühzeitig erreichen
Bildunterschrift:
Sie stellten ein neues Beratungsmodul in der Caritas – Erziehungsberatung vor:
v.l. Mechthild Büscher, Andrea Froboese und Mechthild Pawlowski (Foto – caritas).