Wohlfahrtsverbände diskutieren Kinderbetreuung

Landesweit einheitliche Beiträge

Aus: Die Glocke, von Oliver Baumjohann
Für einen Moment hat es auf dem Hof Lohmann so ausgesehen, als könnten die bevorstehenden Landtagswahlen mit einer sehr großen Koalition enden: Unisono zeigten sich die fünf Landtagskandidaten, die die katholischen Wohlfahrtsverbände im Kreis Warendorf zum Fachgespräch eingeladen hatten, davon überzeugt, dass mehr Geld ins System der Kinderbetreuung gehöre.

Aber wie und mit welchen Rahmenbedingungen? Darüber waren sich Henning Rehbaum (CDU), Annette Watermann-Krass (SPD), Jessica Wessels (Grüne), Ron Schindler (FDP) und Reiner Jenkel (Die Linke) nicht einig. Und auch die Frage, ob die Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen künftig gebührenfrei sein solle, war strittig. „Ich kann mir nicht vorstellen, wo das Geld herkommen soll“, verwies Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann auf die 400 Millionen Euro, die derzeit als Elternbeiträge fällig würden. Allerdings warb auch er dafür, die Elternbeiträge landesweit einheitlich festzulegen und sie nicht von der Finanzlage der einzelnen Städte abhängig zu machen. Mehr Einigkeit gab es hinsichtlich der Förderungen, längere Öffnungszeiten und Betreuung auch in den Randstunden zu ermöglichen. „Eine solche Flexibilisierung ist mit den derzeitigen finanziellen Mitteln nicht zu machen“, ist Ludger Althoff, Fachbereichsleiter im Caritasverband, überzeugt.

Mit den Kandidaten diskutierten die Teilnehmer auf Einladung des Caritasverbands im Kreisdekanat Warendorf, des SKM, des SKF sowie des Caritasverbands im Dekanat Ahlen nicht nur über Kinderbildungsgesetz, sondern auch zu den Bereichen offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit. Die katholischen Sozialverbände haben auch in diesen Themenfeldern Wünsche. So seien klare Mindeststandards für das Personal im offenen Ganztag ebenso notwendig wie dessen gesetzliche Verankerung. Derzeit sei der offene Ganztag ein am Leben erhaltenes Provisorium. In Sachen Schulsozialarbeit sei regelfinanzierte und flächendeckende Arbeit an allen Schulen ebenso wünschenswert wie eine intensivere Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe.