Wer mit Kindern reden möchte, muss auf sie zugehen können

„Wege aus der Brüllfalle“

aus: Die Glocke – B. Fabich „Raus aus der Brüllfalle“ hieß es jetzt auf Initiative des Familienzentrums Füchtorf im Kindergarten „Blauland“. Mechthild Büscher von der Beratungsstelle in Warendorf führte den interessierten Eltern und Erzieherinnen einen Episodenfilm vor, in dem beispielhaft Situationen des Familienlebens aufgezeigt wurden, wie sie Eltern und Kindern jeden Tag erleben.

Ob es um die Eskalation eines Streits über die Nutzung des Computers ging oder das Wegräumen der Wäsche, das tägliche Tischdecken, Spielen statt Hausaufgaben und viele andere typische Begebenheiten im Alltag. Nach jeder der vier Episoden stiegen die Eltern und Erzieher in eine Diskussion ein, um Fragen zu klären und von eigenen Erfahrungen zu berichten.

Ob in der Pubertät oder im Krabbelalter, alle Kinder sind umgeben von einer schützenden Hülle und zusätzlich ausgerüstet mit starken Abwehrantennen, die nur an die Kinder heranlassen, was durch den „Guttu-Filter“ passtn wie etwa der Ruf: „Es gibt Eis.“ Mit Hilfe des Films und der Diskussion bekamen die Eltern und Erzieher eine gute Grundlage, ihren eigenen Umgang mit den Situationen zu überdenken und zu verändern, um nicht mehr ohne Vorwarnung in die Brüllfalle zu tappen.

Eine Hilfe ist das Kontakten, das aus drei Schritten besteht: Erstens sollten Eltern sichtbar werden. Nicht von weither rufen, sondern die eigene Arbeit unterbrechen und direkt zum Kind gehen. Als zweites müssen sie Augenkontakt herstellen und als drittes in kurzen Sätzen sagen, was zu tun ist. Auf unterhaltsame Weise zeigte der Film, wie häufig Eltern im wahrsten Sinn gegen Wände reden, weil sie von zu weit weg „brüllen“. Mechthild Büscher machte klar, dass auch Veränderung im Elternverhalten Zeit brauche, und dass bei größeren Schwierigkeiten die Beratungsstelle und Einzelgespräche zur Verfügung stehe.