Weiter steigende Zahlen

Erziehungsberatungsstelle Warendorf berichtet von ihrer Arbeit

Seit mehr als 40 Jahren gibt es in Warendorf die Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes, jetzt gibt sie in ihrem Jahresbericht 2011 einige interessante Einblicke in die aktuelle Entwicklung.

Der gesellschaftliche Wandel ist dort längst angekommen. Z.B. lebten nur 54% der beratenen Eltern noch zusammen, die übrigen waren entweder alleinerziehend oder befanden sich in neuer Partnerschaft. Die Arbeit der Beratungsstelle hat sich entsprechend ausdifferenziert und an die Bedarfe der Familien angepasst. So gibt es z.B. ein ständiges Gruppenangebot für Kinder, deren Eltern sich getrennt haben und spezielle Hilfestellungen zur Konfliktlösung für getrennte Eltern, die sich über das Sorgerecht oder den Umgang mit den Kindern nicht einigen können.

Besonders häufig wurde die Beratungsstelle im letzten Jahr auch bei Konflikten zwischen Eltern und ihren pubertierenden Kindern angefragt, sowie bei Verhaltensschwierigkeiten in Elternhaus und Schule, bei Ängsten und bei sozialem Rückzug.

Aber auch mit einfachen Erziehungs- und Entwicklungsfragen sind die Eltern in der Beratungsstelle willkommen. “Jeder kann sich an uns wenden. Der freie Zugang und die Vertraulichkeit sind ganz wesentliche Grundlagen unserer Arbeit”, so Dipl.-Psychologin Andrea Froböse, Leiterin der Beratungsstelle.

In den letzten Jahren hat die Beratungsstelle auch die Sprechstunden in den Familienzentren vor Ort ausbauen können, berichten die Mitarbeiterinnen. So können Eltern ohne große Anfahrtswege Beratung erhalten und bei Bedarf auch eine gemeinsame Hilfestellung von Elternhaus und Kindergarten für das Kind erarbeiten.

Neben den Sprechstunden führten die Mitarbeiterinnen im letzten Jahr noch 37 Informations- und Gesprächskreise in den Kindergärten der Familienzentren durch.
Die finanzielle Förderung der Sprechstunden durch den Kreis Warendorf hat sich offensichtlich gelohnt – die Eltern können so deutlich früher erreicht werden.

Generell ist die gute Kooperation mit den Schulen und Kindergärten, dem Jugendämtern und dem Gesundheitswesen ein wichtiger Faktor für die Effizienz der Arbeit. Entsprechend hoch ist die Anzahl der geleisteten Zusammenarbeit in 2011 – allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass die Eltern diese Zusammenarbeit auch wünschen, betonen die Mitarbeiter/-innen.

In 2011 befanden sich 714 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Beratung – zusammen mit den einbezogenen Eltern und Betreuungspersonen wurden so ca. 2000 Menschen von der Beratungsstelle erreicht.

Erziehungsberatungsstelle Warendorf berichtet von ihrer Arbeit