„Twin Towers“ in hanseatischem Flair eingeweiht

Sozialdienste in neuen Räumen

aus: Die Glocke, von Andreas Poschmann
„Es ist eine gute Lösung, ohne hässliche, verzinkte Außentreppe. Zudem sind funktionale Räume in Gebäuden mit hanseatischem Flair entstanden“, sagte Michael Füssel, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf.

Gestern wurden nach zweijähriger Umbauzeit die Gebäude an der Kirchstraße 5 und 6 im Rahmen einer Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben. Die beiden denkmalgeschützten Häuser wurden ursprünglich als Fabrikverwaltung der Firma Wiemann und Bisping genutzt. Seit Ende der 1970er Jahre sind an dieser Stelle die Wohlfahrtsverbände des Caritasverbandes, des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKM) und des katholischen Verbandes für soziale Dienste (SKM) beheimatet. Eigentümer ist die Marienstiftung Warendorf, die in den Umbau einen Millionenbetrag investiert hat.

Nötig war die Maßnahme geworden, um brandschutztechnische Erfordernisse zu erfüllen. Unter anderem wurde der Dachstuhl eines Hauses komplett erneuert, ein Aufzug eingebaut und eine Verbindungsbrücke zu den beiden Gebäuden geschaffen. Seit Oktober vergangenen Jahres sind die Räume wieder von den entsprechenden Diensten bezogen, zusätzlich ist die Zentrale des Fachdienstes für ambulant betreutes Wohnen im Obergeschoss untergebracht.

„Der caritative Geist lässt sich hier sehr gut nachvollziehen“, sagte Thorsten Rahner (SKM), „die Verbindung der Gebäude ist zudem ein architektonisches Highlight, das zu Fotos inspiriert.“ Begeistert zeigte sich auch Susanne Pues (SKF): „Wir haben dem Umbau sehr entgegengefiebert.“ Vom Resultat profitiere auch die Zusammenarbeit der einzelnen Verbände. „Das Geld der Marienstiftung ist hier gut angelegt.“ Schmunzelnd sprach Kreisdechant Peter Lenfers, der die Räume weihte, von den „Twin Towers“ der Sozialdienste.

„Sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden? Ja, so ist es. Und ohne die sozialen und karitativen Dienste hätten auch wir in Warendorf ein großes Problem“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Erich Tertilt. Bereits im Februar 2009 wurde mit der Planung der Sanierungs- und Umbaumaßnahme seitens der beauftragten Altefrohne Planungsgesellschaft begonnen. Der Bauantrag folgte drei Jahre später. Die Baugenehmigung für das katholische Sozialzentrum wurde 2013 ausgestellt, im Folgejahr wurde mit dem Bau begonnen.