Til Tiger macht Mut

Erziehungsberatungsstelle führt Trainingsprogramm im Familienzentrum Ostbevern durch

Schon kleine Kinder unterscheiden sich erheblich in Temperament und Persönlichkeit. Auch verhalten sie sich oft in unterschiedlichen Situationen sehr differenziert. Ein Kind, das zuhause sehr durchsetzungsstark ist und sich z. B. gut gegenüber seinen Geschwister behaupten kann, muss dies nicht auch zwangsläufig in anderen sozialen Gruppen tun wie z. B. im Kindergarten oder im Freundeskreis.

Wenn das Kind dann oft eher schüchtern und ängstlich reagiert und sich in sozialen Situationen mit anderen Kindern zu sehr zurückhält, machen sich Eltern Sorgen um die weitere Entwicklung: „Kann sich mein Kind angemessen behaupten“? Wird es sich in der Schule trauen, sich aktiv zu beteiligen? Ob es dort Kontakte zu anderen Kindern schließen kann?“ Verstärkt werden diese Fragestellungen immer dann, wenn die Kinder durch die Verschiebung des Einschulungsstichtages immer jünger in die Schule kommen.

In den vergangenen Jahren bot die Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf e.V. zu diesen Fragestellungen immer wieder Hilfe für Eltern und Kinder im Vor- und auch Grundschulalter an.

Unter dem Titel „Mutig werden mit Til Tiger“ startete im November 2011 in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum in Ostbevern erneut ein Trainingsprogramm für sozial unsichere Kinder. Angesprochen waren diesmal Kinder im Alter von 5 – 6 Jahren, die im Sommer 2012 eingeschult werden. Die Leitung dieser Gruppe hat Dipl. Sozialpädagogin Petra Große Beckmann. Sie wird dabei unterstützt von Anastasia Bauer, Studentin der sozialen Arbeit.

Mit Unterstützung des kleinen Tigers Til sollen die Kinder in Rollenspielen lernen, ihre Schüchternheit und Zurückhaltung in alltäglichen Situationen zu überwinden. Sie gewinnen dabei Zutrauen in ihre eigenen Stärken.

In Rollenspielen werden Alltagssituationen nachgestellt, in denen es den Kindern gewöhnlich schwer fällt, mit anderen Personen in Kontakt zu treten. Hierzu gehören am Anfang kleine Elemente wie „Blickkontakt aufnehmen“ und „lautes, deutliches Sprechen“. Später kann es sich um Verabredungen mit Gleichaltrigen handeln oder auch darum, etwas vor der Gruppe zu sagen, eine Forderung durchzusetzen oder “Nein“ zu sagen und sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Die Kinder können aber auch eigene Schwerpunkte mit einbringen und die für sie schwierigen Situationen im geschützten Rahmen erproben.

Die Gruppe findet wöchentlich statt, umfasst in der Regel 10 Termine, und wird mit einem Fest und einer Urkunde für jedes Kind abgeschlossen.

Til Tiger macht Mut

Bildunterschrift: Sie setzen Til Tiger ein, damit Kinder mutiger werden:
Studentin Anastasia Bauer und Sozialpädagogin Petra Große-Beckmann (v.l.) Foto: Caritas

22.02.2012/ PGB/jh