Theaterspiel stärkt das Selbstbewusstsein

Overbergschule / Everwordschule
aus: die Glocke- Warendorf (ansu).
Wenn Familien ihren Sommerurlaub verschieben, dann muss das einen besonderen Grund haben – und genau so einer scheint das Theater- und Sprachprojekt „Lampenfieber“ an der Warendorfer Overbergschule zu sein.

Kürzlich startete die Aktion in die zweite Runde, nachdem das für insgesamt drei Jahre angesetzte Projekt bereits in den vergangenen Sommerferien voll eingeschlagen war. „Wir haben im vorigen Jahr schon tolle Erfolge erzielt. In diesem Jahr arbeitet das Team noch besser zusammen. Es macht einfach Spaß“, zeigte sich Alexander Kraus vom Team des offenen Ganztags (OGS) begeistert. Diesen Enthusiasmus teilen die Verantwortlichen mit den 22 Teilnehmern – Schüler der Overbergschule sowie der Everwordschule in Freckenhorst (Klasse zwei bis vier).

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Für die Koordination des Projekts, das an vier Standorten in NRW stattfindet, zeichnet der Diözesanverband Münster verantwortlich. Ausführender Projektpartner ist der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf. Die abwechslungsreiche Aktion gliedert sich in zwei Blöcke: Block A ist als eine Art Ferienprojekt zu betrachten. Zwei Wochen lang arbeiten Kinder und Leiter an einem Theaterstück, das am Ende dieser Zeit (2. August) für Eltern, Verwandte und Bekannte aufgeführt werden soll. In diesem Jahr wird dieses Stück in Anlehnung an das Kinderbuch „Der kleine Ritter Trenk“ konzipiert. Dabei wird in zwei Gruppen gearbeitet. Während sich Gruppe eins unter der Leitung dreier Studenten aus dem Fachbereich „Deutsch als Zweitsprache“ der Universität Duisburg-Essen auf spielerische Weise mit dem Thema Sprache und ihrer persönlichen Sprachförderung auseinandersetzt, arbeitet Gruppe B fleißig an ihrer „schauspielerischen Ausbildung“, für die die Theaterpädagogen Wilhelm Neu und Ulrike Winkelmann vom Theaterpädagogischen Zentrum Münster verantwortlich zeichnen. Anschließend wechseln die beiden Gruppen, sodass alle Kinder jeden Tag in beiden Themenfeldern aktiv werden. Nachmittags geht es dann gemeinsam an die Erarbeitung von Bühnenbild und Kostümen.

Block B folgt dann nach den Sommerferien in Form von Arbeitsgemeinschaften, die jeweils ein Halbjahr lang einmal wöchentlich an beiden Grundschulen angeboten werden und für die sich die Kinder freiwillig anmelden können.

Auch dabei werden Theaterstücke erarbeitet sowie der Umgang mit Sprache gefördert. Dieser Block ist zwar vom Ferienangebot losgelöst, bereitet aber indirekt das Erlernte nach und auf das kommende Jahr vor.

Sommerurlaub wird verschoben

Warendorf (ansu). Tatsächlich sei zu den Verantwortlichen durchgedrungen, Eltern hätten extra ihren Sommerurlaub für das Projekt verschoben, damit ihr Kind wieder am „Lampenfieber“ teilnehmen kann. Auch andere Schüler nutzten die Chance, ein zweites Mal Teil des Projekts zu sein. „Es ist toll, dass wir Erfolge erkennen können und die Kinder so einen Spaß daran haben“, freute sich Alexander Kraus (OGS) über die positive Resonanz.

Die Ziele dieses vielseitigen Angebotes liegen zum einen darin, durch das Theaterspielen, das heißt durch das Hineinschlüpfen in diverse Rollen sowie das Auftreten vor einer Menschenmenge, das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Der „Sprachbaustein“ soll den Teilnehmern einen neuen Zugang zur Sprache sowie einen bewussteren, kompetenteren Umgang mit ihr ermöglichen.

Diese Ziele werden zum einen durch viel Spaß, zum anderen durch die Professionalität der Kooperationspartner erreicht. Im Block A arbeiten mit Wilhelm Neu und Ulrike Winkelmann (Münster) erfahrene, kompetente Theaterpädagogen mit den Kindern, und auch die Studenten Lukas Klaus, Nora Steinsträter sowie Ari Nadkarni kennen sich bestens im Bereich der Sprachförderung aus. Im weiterführenden Block B, der die Wirkungserfolge nachhaltig an die OGS anbinden soll, zeichnet mit Aleksej Davydov unter anderem ein erfahrener Schauspieler für die Theater-AG verantwortlich. Im Rahmen von Fortbildungen soll künftig das gesamte OGS-Team im Bereich Theater und Sprache „fit gemacht werden“, so Kraus.