“Service ohne Grenzen” als echte Chance für Behinderte

Hof Lohmann
aus: Die Glocke – 01.11.2012 von Harald Hübl

Kreis Warendorf / Freckenhorst (gl). “Service ohne Grenzen” verspricht das Café und Restaurant Hof Lohmann in Freckenhorst. Doch hinter diesem Motto verbirgt sich kein Wohlfühlprogramm oder gar eine Marketingstrategie, vielmehr ist es ein Projekt, das Menschen mit Behinderungen die Chance bietet, sich beruflich zu qualifizieren. Vor einem Jahr hat für sechs von ihnen der Start des auf zwei Jahre angesetzten Projekts begonnen.

Britta Stapel, Antje Herrmann und Sebastian Winkelkemper arbeiten nun als Servicekräfte in der Gastronomie. Alle drei freuen sich, dass sie das, was sie in Theorie und vielen Übungsstunden gelernt haben, nun in die Tat umzusetzen. Neben dem Bereich Service durchlaufen alle sechs Teilnehmer die weiteren Ausbildungsstationen Wäsche, Reinigungswesen, Hygiene/Arbeitsschutz und Küche. Ob Kaffee, Tee, Kuchen oder andere Speisen, die Praktikanten nehmen die Bestellungen auf und bringen das Gewünschte an den Tisch.

“Alle Teilnehmer sind mit Freude bei der Sache, sind pünktlich, zuverlässig, ordentlich und vor allem lernwillig”, ist Ausbilderin Regine Meier voll des Lobes. “Es ist ein fantastisches Arbeiten.” Die Hauswirtschaftsmeisterin und sozialpädagogische Assistentin kann das beurteilen, da sie schon vier Jahre in Ahlen mit anderen Zielgruppen gearbeitet hat.

Für zwei Jahre hat das Integrationsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe ihre Stelle finanziert.
Im Rahmen ihrer Qualifikation erarbeiten sich die sechs Teilnehmer den Ausbildungsstoff des ersten Lehrjahres. Der Stoff ist in fünf Bausteine gegliedert und wird in zwei Jahren vermittelt, und am Schluss steht eine theoretische und praktische Prüfung mit einem offiziellen Zertifikat.

Für Antonius Wolters, den Geschäftsführer des Dienstleistungsservice der Freckenhorster Werkstätten, hat dieses Projekt Modellcharakter. “Wir haben früher versucht, Menschen mit Behinderungen in den normalen Tagesablauf des Gastronomiebetriebs mit einzubinden. Das hat sich nicht bewährt”, so Wolters. Das Modell mit der Ausbilderin Regine Meier aber schon, da sind sich die Organisatoren, Ausbilderin und Teilnehmer einig.