Schüler lernen Arbeit in den Werkstätten kennen

Aus Die Glocke: Von Rita Kleigrewe

Freckenhorst (gl). „Die Schraube gerade reinsetzen und dann langsam andrehen.“ Geduldig beobachtet Marcel, wie Jan Phillip und Alperen die Akkuschrauber ansetzen und mit Begeisterung an ihrem Vogelhäuschen arbeiten. Einen Vormittag lang sind die Schüler der Vinzenz-von-Paul-Schule aus Beckum in den Freckenhorster Werkstätten zu Gast.
Zum zweiten Mal hat die Förderschule für geistige Entwicklung die Gelegenheit genutzt, im Rahmen des bundesweiten Girls‘- und Boys‘-Days einen Teil der Einrichtung, in der kreisweit mehr als 1500 Menschen mit Behinderungen arbeiten, mit einer Gruppe aus der Berufspraxisstufe unter die Lupe zu nehmen. In dieser Klasse werden die 16- bis 19-Jährigen langsam auf das Berufsleben vorbereitet. „Die Werkstätten könnten später ein Arbeitsfeld für unsere Schüler sein, deshalb ist es gut, wenn sie jetzt schon einen kleinen Einblick bekommen“, sagt Lehrerin Liane Ulfert. Sie freut sich besonders, dass ihre Schüler einen Blick in den Druckereibereich PrintTec werfen dürfen, denn dort wird auch das „Paulinchen“ gedruckt, die Schülerzeitung der Vinzenz-von-Paul-Schule. „Einige der Jugendlichen, die heute mit dabei sind, arbeiten auch an der Zeitung mit“, erklärt sie.


Doch an diesem Tag wird nicht auf Papier gedruckt, die Schüler dürfen stattdessen einen Schlüsselanhänger aus Filz mit ihrem Namenszug selbst herstellen. Das Loch für den Schlüsselring ausstanzen, das Namensschild aufdrucken – Schritt für Schritt erläutern Abteilungsleiter Jürgen Kirsch und seine Kolleginnen ihren Gästen die Arbeitsabläufe.

„Wir öffnen die Werkstätten gern für die Förderschüler und lassen sie einen Blick hinter die Kulissen werfen“, sagt Kirsch. „So können wir schon im Vorfeld einen guten Kontakt zu unseren potentiellen künftigen Mitarbeitern aufbauen.“

Ein anderer Teil der Schüler ist derweil in der benachbarten Tischlerei aktiv. Der Bau eines Vogelhäuschens steht dort auf dem Programm. Dazu haben sich die Jugendlichen in kleine Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einem Mitarbeiter der Werkstätten angeleitet werden. „Meine Jungs machen das richtig gut“, freut sich Rainer Baxheinrich, der Gruppenleiter Tischlerei, als er sieht, wie ausführlich sie die einzelnen Arbeitsschritte erläutern und den Schülern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und so kann jeder der Gäste am Nachmittag neben einer Teilnahmebestätigung und einigen kleinen Präsenten auch sein eigenes Werkstück mit nach Hause nehmen.