Püree ab jetzt aus frischen Kartoffeln

“Bistro 32”

aus: Die Glocke, von Jürgen Edelkötter

Warendorf (gl). Die Zeiten, in denen der Kartoffelbrei aus Pulver und Wasser angerührt worden ist, sind vorbei. „Ab sofort wird das Püree im ‚Bistro 32‘ aus frischen Kartoffeln vom Hof Lohmann hergestellt“, hat Udo Mayer-Wittreck, Leiter der Einrichtung an der Von-Ketteler-Straße, jetzt im Rahmen einer Zusammenkunft mit interessierten Eltern mitgeteilt.

Das war jedoch nur eine – eher nebensächliche – Information zur Mensa im Schulviertel, die die Zuhörer mit nach Hause nehmen und ihren Kindern weitergeben konnten. Eingeladen zu dem Treffen hatten die Vorsitzenden der Schulpflegschaft am Gymnasium Laurentianum, Andreas Schröder und Elke Harnischmacher. Erfreut zur Kenntnis genommen haben dabei die – wenigen – erschienenen Väter und Mütter die Nachricht, dass die Gerichte im Bistro für die Schüler nicht teurer werden sollen. Zwar hat sich an der Situation, dass die Zahl der verkauften Mahlzeiten nicht ausreicht, um die laufenden Kosten zu decken, nichts geändert. Es deutet sich aber an, dass die Stadt Warendorf den Betrieb des „Bistros 32“, eine Einrichtung des Freckenhorster Dienstleistungsservices („Fredi“) unter dem Dach der Freckenhorster Werkstätten, im kommenden Jahr mit 25 000 Euro bezuschussen wird. „Der Betrag ist im Haushaltsplanentwurf der Stadt für 2018 eingetragen, und ich gehe davon aus, dass das unkritisch durchlaufen wird“, teilte Warendorfs Schulamtsleiter Udo Gohl mit Blick auf die laufenden Etatberatungen in den Ausschüssen des Stadtrats und nach Gesprächen mit Vertretern der politischen Fraktionen mit.

Das „Bistro 32“ ist ein integrativ geführter Betrieb, der aktuell zehn Mitarbeitern, darunter Menschen mit Handicap, Arbeitsplätze bietet. Und zwar auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt, wie Udo Mayer-Wittreck betont.

Für ein Gericht – in der Regel können die Schüler zwischen zwei verschiedenen Menüs sowie der Nudelbar und der Salatbar wählen – sind 3,30 Euro zu zahlen. „Davon kommen Netto aber nur 3,07 Euro bei uns an“, rechnet Mayer-Wittreck vor. Extrem zu schaffen machen der Bistro-Geschäftsführungen Veränderungen in der Schullandschaft: Noch unter Führung der vorherigen Landesregierung hatte es in Düsseldorf einen Runden Tisch gegeben, mit dem Ziel, die Belastungen für Schüler im G8 (Abitur nach zwölf Schuljahren) zu reduzieren. Weniger Nachmittagsunterricht und die Möglichkeit zur Befreiung von der AG-Teilnahme haben unweigerlich dazu geführt, dass die Nutzerzahlen im Bistro spürbar zurückgegangen sind. Wer mittags bereits schulfrei hat, fährt zum Essen nach Hause. „Dienstags kommen nur noch wenige Schüler; an Freitagen keiner mehr“, fasst Mayer-Wittreck die Konsequenzen zusammen.

Einbußen nach Reduzierung des Unterrichts
Warendorf (jed). „Die Kosten für den Lebensmitteleinkauf können, wenn die Bestellzahlen zurückgehen, entsprechend dem Bedarf reduziert werden. Die Ausgaben für Personal, Reinigung und Energie bleiben jedoch unverändert“, verdeutlicht Udo Mayer-Wittreck die Lage.

Festhalten möchte die Bistro-Leitung an gewissen Serviceleistungen, von den die Schülerschaft profitiert. So soll es dabei bleiben, dass Speisen tageweise ausgewählt und gebucht werden können. Niemand sei verpflichtet – wie es in vergleichbaren Einrichtungen durchaus üblich ist – Verpflegung für eine komplette Woche zu bestellen. Auch könnten georderte Gerichte im Fall der Krankheit eines Schülers noch am selben Tag bis 9 Uhr storniert werden.

Mayer-Wittreck und Martina Boscher vom Gymnasium Laurentianum betonen, dass mangelnde Qualität nicht die Ursache für die Umsatzrückgänge sein kann. „Montags, mittwochs und donnerstags ist die Hütte ja voll“, weiß Mayer-Wittreck.

Und Martin Boscher berichtet, dass die Geschmäcker der Kinder nun mal sehr verschieden seien. Die kürzlich servierte Kürbiscremesuppe beispielsweise habe ein höchst unterschiedliches Echo bei den jungen Kantinengästen ausgelöst. Auch das schonend gegarte, weil gedünstete Gemüse trifft – obwohl sehr gesund – bei Weitem nicht jedermanns Geschmack. Gleichwohl sei die Bistro-Leitung stets bemüht, das Speisenangebot zu optimieren und Schülerwünsche zu berücksichtigen.

Die Umstellung beim Kartoffelpüree ist ein Beispiel dafür. Mal sehen, ob’s den Kindern schmeckt . . .