Pia hilft Jana bei Ausbildung für regulären Arbeitsmarkt

Perspektive in der Altenpflege

aus: Die Glocke
Pia heißt das Projekt, mit dem junge Menschen mit Behinderungen für Tätigkeitsfelder in Altenpflegeeinrichtungen qualifiziert werden. Daran beteiligt ist auch Jana Kemper.

Die Lieblingsspeise am Geburtstag, ein besonders schön gedeckter Tisch, ein aufwendiges Gericht an Feiertagen: Daran haben viele Menschen, die in einer Altenpflegeeinrichtung leben, Freude. Um solche zusätzlichen Angebote machen zu können, wird Personal benötigt. Doch Helfer in der Hauswirtschaft sind auf dem Arbeitsmarkt nicht immer leicht zu finden.
Perspektive in der Altenpflege

Im Elisabeth-Tombrock-Haus in Ahlen geht man daher einen ungewöhnlichen Weg. Mit Unterstützung engagierter Partner wird dort eine junge Frau mit einer Behinderung für Aufgaben in der Hauswirtschaft geschult.
Jana Kemper hat fast immer ein Lächeln auf den Lippen. Die Bewohner des Elisabeth-Tombrock-Hauses in Ahlen mögen sie. Und Jana macht der Umgang mit den alten Menschen sichtlich Spaß. Seit einigen Monaten absolviert sie den praktischen Teil ihrer Qualifizierung in der Hauswirtschaft. Zu ihren Aufgaben gehören all die einfacheren und kleinen Tätigkeiten, mit denen sie die Fachkräfte entlasten kann. „Und das macht Jana richtig gut“, sagt Anne Tröster, Einrichtungsleiterin des Elisabeth-Tombrock-Hauses, anerkennend.

Die beiden zusammengebracht hat das Projekt „Pia – Perspektive in der Altenpflege“. Pia qualifiziert junge Menschen mit einer Behinderung oder mit psychischen Einschränkungen dazu, einfache Aufgaben in der Altenpflege zu übernehmen. „Das ist ein innovativer und sehr überzeugender Ansatz“, unterstreicht Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Die Menschen können so ihre Fähigkeiten da einsetzen, wo sie gebraucht werden und leisten damit einen wichtigen Beitrag auf dem Arbeitsmarkt.“ Gleichzeitig gebe die Tätigkeit viel Selbstbewusstsein und sei ein wichtiger Baustein zu einem selbstständigen Leben. Für Antonius Wolters, Geschäftsführer der Freckenhorster Werkstätten, in deren Berufsbildungsbereich die 21-Jährige nach der Schule ihren Platz gefunden hatte, ist Janas bisheriger Weg eine Erfolgsgeschichte: „Wenn der Sprung in den regulären Arbeitsmarkt gelingt, ist das ein Gewinn für alle Seiten.“