Mittagessen wird teurer

Bistro 32: Warme Mahlzeit bald 3,30 Euro? / Nachschlag kein Problem / Aus den WN – von Joachim Edler
Täglich stehen auf dem Speiseplan der Schulmensa (Bistro 32) zwei warme Gerichte oder wahlweise die Nudelbar. Dazu gibt es einen kleinen Beilagen-salat und einen Nachtisch. 2,90 Euro kostet das Tagesmenü. Dieser Preis wird im kommenden Schuljahr nicht mehr zu halten sein. Personalkosten und gestiegene Einkaufspreise drücken den Preis nach oben: das Mittagessen wird künftig voraussichtlich 3,30 Euro kosten. Das bestätigte Schulamts-leiter Udo Gohl auf Anfrage unserer Zeitung.

„2,90 Euro sind ein absoluter Kampfpreis, der seit der Eröffnung der Schulmensa vor sechs Jahren stabil ist – jetzt aber nicht mehr wirtschaftlich“, betonte Gohl. Es sei denn, es würde sich noch ein Sponsor finden. Doch das wird nicht erwartet. Zuschüsse zum Mittagessen wird es nach wie vor für berechtigte Personen geben.
In einem Gespräch zwischen Bistro-Betreiber, Schulleitungen und Schulamt
soll die Preiserhöhung jetzt diskutiert werden. Qualität und Umfang des Essens seien nicht der Grund für das Gespräch, an dem auch Vertreter der Eltern- und Schülerschaft teilnehmen, betonte Gohl. Wenngleich auch ihm zu Ohren gekommen ist, dass es in Sachen Nachschlag schon mal Nachfragen
gab. Grundsätzlich, so Gohl, gilt: „Es gibt Nachschlag – und das für alle
Jahrgänge.“ Allerdings bittet der Schulamtsleiter die Schüler, frühzeitig einen Nachschlag zu ordern und sorgfältig mit Nachbestellungen umzugehen, damit hinterher kein Essen weggeworfen werden muss. Er kennt Fälle, in denen nachgeordert wurde, das Essen dann aber auf dem Teller liegen blieb
oder sogar den Besitzer wechselte. Das seien allerdings Einzelfälle, genauso wie das berühmte Haar in der Suppe.
Um solche Probleme möglichst früh ansprechen und ausräumen zu können, regt
Gohl die Stelle eines Verpflegungsbeauftragten an. Dies könne ein Vertreter aus Lehrer, Eltern- oder Schülerschaft sein. Sie sollen künftig
stärker bei Bistro-Angelegenheiten mit ins Boot geholt werden.
Das „Bistro 32“ im Schulviertel an der Von-Ketteler-Straße, ist Integrationsfachbetrieb für Menschen mit geistiger, körperlicher und
seelischer Behinderung. Betreiber sind die Freckenhorster Werkstätten, genauer gesagt das Integrationsunternehmen „Fredi“. Zwölf Mitarbeiter
beschäftigen die Freckenhorster Werkstätten hier, acht von ihnen mit
Handicaps, wie Gohl berichtete.
Die Menschen verlassen den geschützten Rahmen der Freckenhorster Werkstatt
und arbeiten zu „normalen“ Arbeitsbedingungen. Gohl weiß, dass diese
Menschen mit Handicaps schon mal an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Doch die
Schüler, die in langen Schlangen an der Essensausgabe
stehen, hätten Verständnis. Durchschnittlich 330 Essen werden täglich von
Montag bis Freitag ausgegeben. Per Chip. Bestellt wird von Zuhause mittels Internet, per Schlüsselcode wird es dann am Essenstag abgerufen.
Aber nicht nur am Preis für das Essen soll gedreht werden, sondern auch am
Belegungsplan für die am Essen teilnehmen Schulen (Laurentianum und Von-Galen-Schule). Die Mittagszeiten sollen neu verteilt werden.Gegessen wird in drei Schichten: Es starten die Von-Galen-Schüler gegen 11.30 Uhr. Zu früh finden viele. Es folgen die Schüler des Laurentianum zeitgleich
mit den sechsten und siebten Klassen der Von-Galen-Schule. Gegen 13.15 Uhr
nehmen dann die fünften und sechsten Klassen des Laurentianum ihre warme
Mahlzeit ein. Es folgen die anderen Schüler des Laurentianum. Geöffnet hat das Bistro von 7 bis 15 Uhr. Gohl: „Bis drei Uhr kann man ein warmes
Essen bekommen.“ Ausgeschöpft werde dieser Zeitrahmen aber nicht. „Da
muss man vielleicht noch mal nachjustieren.“
Die Idee bei der Inbetriebnahme der Schulmensa war, dass Schüler und Lehrer gemeinsam zum Mittagessen gehen. Das hat sich bisher nicht so durchgesetzt. Sehr stark frequentiert wird das Bistro vom Gymnasium
Laurentianum. 80 Prozent und höher sind die Buchungen seitens des Laurentianum, während es an der Realschule nur 20 bis 30 Prozent
pro Klasse sind. Besonders stark vertreten seien die Jahrgänge 5, 6 und 7 des Gymnasiums. Gohl: „Erfahrungen zeigen, dass Schüler der achten Klasse nur noch punktuell zum Essen gehen. Sie bevorzugen den Kiosk.“