Mehr als ein Kleiderladen

Aus den WN-von Joachim Edler
Warendorf – Fein säuberlich falten Ida Hokamp, Brigitte Lauhoff, Ursula Niedernüfemann, Dagmar Hokamp und Gisela Schmalenstroth dutzende Kleidungsstücke zusammen, verstauen sie im Regal. Nach und nach leeren sich die Umzugskartons. Seit einer Woche ist das Team mit dem Umzug beschäftigt. Am heutigen Dienstag ist es soweit: der Caritas-Kleiderladen öffnet am neuen Standort. Jeder Kunde wird mit einer Tasse Kaffee und leckeren Plätzchen begrüßt.


Die neue Größe bietet die Möglichkeit eines echten Modehauses. Wie im Laden und nicht wie in einer Kleiderkammer sollen sich die Kunden durch Präsentation, Auswahl und Beratung fühlen. „Wir sind kein Billigladen und auch keine Boutique“, fasst Teamsprecherin Ida Hokamp das Second-Hand-Angebot des Caritas-Kleiderladens zusammen. Nachdem die Räumlichkeiten in der Oststraße 45 wegen Eigenbedarfs des Eigentümers zu klein geworden waren, fand der Kleiderladen zu Jahresbeginn an der Oststraße 13 ein neues Domizil. Größer, heller und freundlicher ist es hier. Wie im richtigen Modegeschäft gibt es Kleiderstände, Regale, Spiegel, eine Umkleidekabine – ja, sogar eine kleine Teeküche und ausreichend Lagerfläche.
Fein säuberlich falten Ida Hokamp, Brigitte Lauhoff, Ursula Niedernüfemann, Dagmar Hokamp und Gisela Schmalenstroth dutzende Kleidungsstücke zusammen, verstauen sie im Regal. Nach und nach leeren sich die Umzugskartons. Seit einer Woche ist das Team mit dem Umzug beschäftigt. Am heutigen Dienstag ist es soweit: der Kleiderladen öffnet am neuen Standort. Jeder Kunde wird mit einer Tasse Kaffee und leckeren Plätzchen begrüßt.

Josef Hörnemann vom Sozialen Management des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf lobt das ehrenamtliche Engagement: „Was diese Damen hier leisten, ist ein gutes Beispiel für christlicher Einsatz im Ehrenamt.“ Und er freut sich, dass der Kleiderladen durch den Umzug noch näher an den Babykorb (gleich um die Ecke) gerückt ist. Der Kleiderladen kooperiert mit anderen Einrichtungen und ist längst mehr als nur ein Kleiderladen, nämlich ein Ort des Zuhörens, Helfens und manchmal auch Vermittels in Fragen der besonderen Lebenslagen.

Immer mehr junge Familien und Einzelpersonen mit geringem Einkommen nutzen das Angebot und decken sich mit Second-Hand-Kleidung (Damen- und Herren-Bekleidung) ein. Da geht auch schon mal für die Goldhochzeit ein festliches Kleid über den Ladentisch, weiß Ida Hokamp. Zum Angebot gehören auch Kommunionkleider, Anzüge für den Abschlussball, Krawatten und Taschen. Und das zum kleinen Preis: Ein Mantel, ein Kostüm oder ein kompletter Anzug kosten gerade mal zehn Euro. Die einzelne Hose gibt es schon ab 2,50 Euro, Hemden und Blusen ab zwei Euro.

Ida Hokamp gehört seit drei Jahren zum festen Stamm des Mitarbeiterteams, das rund 30 ehrenamtliche Kräfte fasst. Und da sich mit dem Umzug des Kleiderladens auch die Öffnungszeiten verlängert haben, werden noch Kräfte gesucht. Drei bis vier Stunden in der Woche engagieren sich die Mitarbeiterinnen, einige sind sogar vom Fach, in dem Kleiderladen. Ein großer Teil der Arbeit konzentriert sich auf das Sortieren der gespendeten Ware, zumal nicht immer saubere und gut erhaltene Kleidungsstücke abgebenen werden.

Die Erfolgsgeschichte des Caritas-Kleiderladens schrieb ihr erstes Kapitel vor fast 30 Jahren in der Brünebrede. Weitere Stationen waren am Bahnhof, im Kolpinghaus und zuletzt im Haus Schmeddinghoff. Damit das Projekt am neuen Standort an der Oststraße 13 fortgeführt werden kann, ist das Team darauf angewiesen, dass sich Ehrenamtliche aus Warendorf finden, die eine oder mehre Öffnungszeiten personell zu begleiten. Die Öffnungszeiten sind: Montag von 9 bis 11 Uhr, Dienstag von 9 bis 11 und 15 bis 17 Uhr, Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und ab sofort auch Donnerstag von 15 bis 17 Uhr.

Der Bedarf an einem Second-Hand-Kleiderladen ist da, weiß das Team. „Die Menschen, die bei uns einkaufen, sind glücklich, dass es uns gibt.“ Offen steht der Kleiderladen übrigens für jeden.