Leuchttürme setzen für die „Inklusion im Kreis

aus: Die Glocke – von W. Stock
Kreis Warendorf / Freckenhorst (wst). Im März hat die Aktion Mensch den gemeinsamen Antrag „Inklusion für den Kreis Warendorf“ des Katholischen Bildungsforums (KBF), des Kreissportbunds (KSB) und des Caritasverbands bewilligt. Mit einem Betrag von 300 000 Euro, davon 50 000 Euro Eigenmittel, können die Projektpartner bis Anfang 2016 Maßnahmen zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung entwickeln und durchführen.

„Mit unseren insgesamt 16 Einzelmaßnahmen in den Bereichen Bildung, Sport, Freizeit, Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erreichen wir in einem Netzwerk aus Institutionen, Behörden und Hilfsorganisationen eine bestmögliche Umsetzung. Die Planungsphase ist nahezu abgeschlossen, jetzt kann es an die Verwirklichung der Konzepte gehen“, freute sich Josef Hörnemann vom Caritasverband beim Pressegespräch. Man müsse nun ein paar „Leuchttürme“ setzen, damit die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in den Köpfen einen Platz bekomme. Gerade in den Bereichen Sport und Bildung sei man dabei auf einem guten Weg.

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Ursula Pinnekamp, Geschäftsführerin des KBF und Leiterin des Hauses der Familie, ergänzte, dass „Inklusion nicht verordnet werden kann. Wir müssen Türen öffnen, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft sensibilisieren und in dieser Sache nach vorne bringen“.

Ihre Mitarbeiterin Nina Bisping hat dafür besondere Projekte geplant: Rollstuhl-Führerscheinkurse, Essen im Dunkeln und Verstehen in der Gebärdensprache sollen Nichtbehinderten das besondere Gefühl vermitteln, das Menschen mit Behinderung hätten. Gerade im Sport habe man ideale Möglichkeiten für die Inklusion: „Gemeinsame Zumba-Kurse und die Abnahme der Minisportabzeichen haben wir schon mit viel Freude und Erfolg initiiert, ein weiterer Kursus für Rollstuhlbasketball ist in Vorbereitung“, zog Verena Pickshaus vom KSB eine erste positive Bilanz.

Schließlich müsse überlegt werden, wo Inklusion noch nicht funktioniere. Gerade im Bereich der Arbeit und des Einbringens in den ersten Arbeitsmarkt gebe es noch Probleme, so Manfred Lensing-Holtkamp vom Caritasverband. „Aber wenn Betriebe einen Menschen mit Behinderung für einen Tag als Praktikanten aufnehmen und hinterher sagen: ‚das hätten wir aber nicht gedacht, dass er so gut arbeitet‘, sind wir einen ganzen Schritt weiter. Es ist ein langer Weg, aber wir lassen uns nicht entmutigen.“