Lebensentscheidung nicht dem Zufall überlassen

Menschen mit Behinderungen


aus: Die Glocke
Nachdem eine große Zahl von Eltern und Angehörigen von Menschen mit Behinderungen im Kreis Warendorf im Rahmen einer Elternbefragung den Wunsch nach mehr Austausch hatten, hat der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf mit einem Informationsabend für Eltern und Angehörige am vergangenen Montag den Startschuss für eine neue Initiative gegeben. Die Veranstaltung fand im Pfarrheim an der Marienkirche in Warendorf statt.

Manuela Suuck (Bild) von der Lebenshilfe Warendorf stellte den Familienunterstützenden Dienst der Lebenshilfe sowie die Ansprüche auf Pflege- und ergänzende Leistungen für Menschen mit Behinderungen vor. Sie ermutigte die Eltern, sich immer wieder über die verfügbaren staatlichen- und Kassenleistungen zu informieren und entsprechende Anträge zu stellen.

Aus seinen Erfahrungen als Leiter der Caritas-Wohnheime in Ennigerloh und Oelde heraus schilderte anschließend Manfred Lensing-Holtkamp (Bild) die Situation der kreisweit verfügbaren Angebote zum Wohnen für Menschen mit Behinderungen. Er benannte die verschiedenen Wohnheime, beschrieb neue Möglichkeiten der ambulanten Betreuung in eigenen Wohnungen und verwies auch auf die Kinderkurzzeitwohneinrichtung Lummerland in Ennigerloh.

Über die Frage, wo und wie ihre jugendlichen oder bereits erwachsenen Kinder einmal mehr oder weniger selbstständig leben und wohnen könnten, machen sich viele Eltern Gedanken. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, sehr persönliche Fragestellungen mit dem erfahrenen Wohnheimleiter auszutauschen. Auch Lensing-Holtkamp machte Mut, sich über die vielfältigen und individuell angepassten Wohnangebote intensiv zu informieren, dort Besuche zu vereinbaren und so das selbstständige Leben der Kinder gut vorzubereiten. In keinem Fall dürfe eine so wichtige Lebensentscheidung dem Zufall oder gar dem Notfall überlassen bleiben.

Für die Maßnahmengruppe „Teilhabe für Eltern von Menschen mit Behinderungen“ äußerte sich Projektleiter Josef Hörnemann zufrieden über die Zahl der erschienenen Gäste. Er kündigte an, dass die neue Serie von Austauschangeboten und der weitergehenden Informationen für Eltern und Angehörige im neuen Jahr fortgesetzt werde könne.