Kostendruck war zu stark

„Der Laden“ an der Emsstraße schließt Ende Juni seine Tore
aus: WN – von Monika Vornhusen
Warendorf – „Der Laden“ – dieser Name stand über rund zehn Jahre für handgefertigte Produkte behinderter Menschen, die durch gute Qualität und viel Kreativität überzeugten: Bienenwachskerzen, Textil- oder Metallprodukte, Schönes aus Sandstein und auch Bioprodukte vom Hof Lohmann. Mit der Ansiedlung von „Der Laden“ im Warendorfer Innenstadtbereich sollte für die überwiegend „hauseigenen“ Produkte eine höhere Laufkundschaft erreicht werden. Am Standort „Emsstraße“ wird „Der Laden“ zum 30. Juni geschlossen. „Wir sehen uns dazu gezwungen“, kommentiert Antonius Wolters als Geschäftsführer der Freckenhorster Werkstätten.


Die wirtschaftliche Situation in den sozialen Einrichtungen und die unüberwindlichen Controlling-Anforderungen erfordern laut Wolters diese Schließungsmaßnahmen. Auch in Beckum wird „Der Laden“ geschlossen. In Ahlen erfolgte die Schließung bereits im Dezember 2012. Die wirtschaftlich erforderliche Refinanzierung von „Der Laden“ allein aus den Umsätzen sei nicht gegeben. „Wir haben allein durch die Personalkosten alljährlich mit den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst zu tun“, erläutert Wolters. Vor Jahren noch habe es andere wirtschaftliche Anforderungen gegeben, die mehr Handlungsspielraum zuließen. „Jetzt können wir nur noch so handlen, um Insolvenzen abzuwenden.“ 13 Damen sind von den Schließungen betroffen. Derzeit werde deshalb für alle Mitarbeiterinnen in den Läden der Freckenhorster Werkstätten ein Sozialplan erstellt. „Wir bemühen uns, Alternativpositionen für diese Mitarbeiterinnen innerhalb des Kreiscaritasverbandes zu finden.“

Die Läden, die in unmittelbarer Nähe zu den Produktionsstätten, also an der Industriestraße in Freckenhorst und auf dem Hof Lohmann, sind nicht von den Schließungen betroffen. In Ahlen wird in Angliederung an die dortige Behindertenwerkstatt ein Werksverkauf eröffnet. „Optimal wäre es, wenn sich ein Privat-Unternehmer oder eine Einzelperson finden würde, um solch einen Laden in der Innenstadt zu übernehmen. Hier könnte viel Integrationshilfe und personelle Unterstützung geleistet werden“, bringt Wolters als neuen Gedanken ein. Denn letztlich bietet „Der Laden“ eine interessante Produktpalette, die von den Kunden stets geschätzt wurde, zumal neben den eigenen Produkten weitere Produkte von anderen Behindertenwerkstätten zugekauft wurden, um ein breites Angebot zu schaffen.