Kampagne am 31. Mai

400 Kinder marschieren für bessere OGS
aus: Die Glocke, von Nicole Fenneker

103 Kinder besuchen die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Overbergschule in Warendorf. Doch im Essraum gibt es nur 32 Plätze. „Wir essen also in Rutschen“, sagt OGS-Leiter Sebastian Wirtz, „obwohl wir eigentlich eine familiäre Situation schaffen und auf Tischmanieren achten wollen“.
Eine unzureichende räumliche Ausstattung – das ist eines der Probleme, mit dem viele OGSen zu kämpfen haben. Ein anderes ist die mangelnde Finanzierung. Um auf die Lage aufmerksam zu machen, hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege eine Kampagne ins Leben gerufen. Awo, Caritas & Co. sind Träger vieler OGSen.

In Warendorf beteiligt man sich an der Kampagne – vor allem mit einem Sternmarsch am Mittwoch, 31. Mai. Etwa 400 Kinder aus sechs Schulen werden dann mit ihren Betreuern von verschiedenen Startpunkten aus zum Marktplatz gehen, wo sie gegen 14.30 Uhr eintreffen. Dort soll ein Lied gesungen werden. Mit dabei sind Josefschule, Overbergschule, Laurentiusschule, Dechant-Wessing-Schule, Everwordschule und Wilhelm-Achtermann-Schule.

Sie freuen sich auf den Sternmarsch, um auf die Situation in den OGS hinzuweisen: v.l. Josef Hörnemann, Sebastian Wirtz, Herbert Kraft ( alle Caritas) ,Heiko Sachtleber, Awo, Susanne Löbke, Innosozial, und die Kinder David, Sanjay und Elif



Kindertagesstätten, sondern nur einen Erlass. Ansprüche an Raumgröße oder Betreuungsschlüssel etwa sind nicht geregelt. Als äußerst unzureichend empfinden sie die finanzielle Ausstattung: Pro Kind und Jahr zahle das Land 1000 Euro, die Kommunen verpflichtend 500 Euro. Hinzu kommen freiwillige Leistungen der Kommunen, die in Warendorf bei 9000 Euro pro Gruppe und Jahr liegen. Nötig seien 3000 Euro pro Kind und Jahr, erklärten gestern die OGS-Vertreter. „Unsere Forderungen richten sich an das Land“, betont Josef Hörnemann vom Caritasverband. Es gehe nun darum, das Thema überhaupt erst einmal auf die politische Agenda zu bringen, sagte Herbert Kraft von der Caritas. Lokalseite 3