Im Elisabeth-Haus lernen, das Leben selbst zu gestalten

Caritas ist in Ennigerloh stark vertreten
aus: die Glocke, von Harald Hübl
Ennigerloh (gl). „Nehmen Sie das Elisabeth-Haus in ihren Besitz, füllen Sie es mit Leben und machen Sie daraus ihr Zuhause, in dem Sie sich wohlfühlen mögen“, rief der Vorsitzende des Kreis-Caritasverbands, Herbert Kraft, bei der Einweihung des neuen Wohnheims für Menschen mit Behinderung den elf Bewohnern zu.

In gut neunmonatiger Bauzeit ist an der Alleestraße ein Wohnangebot entstanden, dessen Konzept sich vollständig an Selbstbestimmung und Teilhabe orientiert. Das zeigt sich schon an den Zimmern. „Jeder Bewohner durfte sich die Wandfarbe und den Fußbodenbelag selbst aussuchen“, berichtete Manfred Lensing-Holtkamp, der Leiter des Christophorus-Hauses, zu dem die Wohngruppe gehört. „Jeder hat einen eigenen Briefkasten und einen eigenen Schlüssel, und alle fahren morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit in die Freckenhorster Werkstätten.“
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Durch die räumliche Distanz zum Mutterhaus komme man dem Ziel, die Menschen mit Behinderung zu verselbstständigen und ihnen dabei zu helfen, sich weitgehend allein zu versorgen, ein ganzes Stück näher, erklärte Lensing-Holtkamp. Ein Mitarbeiter sei dabei aber ständig vor Ort, um die Bewohner bei Bedarf zu unterstützen und Absprachen zu treffen, denn auch die Gemeinschaft nehme einen großen Stellenwert ein.

Mit der Fertigstellung des Elisabeth-Hauses sei nun der Prozess der Umwandlung und Instandsetzung der Caritas-Wohnheime im Kreis beendet, erläuterte Herbert Kraft in seiner Ansprache. Dabei sei es darum gegangen, Wohnformen zu schaffen, die den Menschen mit Behinderungen ermöglichten, ihren Weg in ein selbstständiges Leben fortzusetzen. Mehr als 1 Million Euro sei in den Immobilie an der Alleestraße und ihre Ausstattung geflossen, so Kraft. Die Refinanzierung erfolge über den Landschaftsverband, also über kommunale Mittel und Landesmittel. Aber insbesondere auch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die Aktion Mensch hätten das Wohnheim mitfinanziert.

Ebenfalls ideell und materiell habe der Förderverein des Christophorus-Hauses das Projekt unterstützt. Er sei auch mit Ideengeber für den Namen Elisabeth-Haus, der nicht nur eine Verbindung zur Schutzheiligen der Caritas herstellen, sondern auch die verstorbene Ennigerloherin Elisabeth Tradt ehren und ihr Wirken für die Caritas in Erinnerung halten solle.