Herz braucht Hände

Caritas-Einrichtungen ohne Ehrenamt nicht denkbar

Da war die Freude groß – nach einer weiteren Spende aus dem Rotary-Club in Warendorf waren Johanna Lienkamp und Hildegard Hartmeier für das Helfer/innen-Team des Caritas-Warenkorbes in der Lage, den Kunden des Projektes eine besondere Freude zu machen. Für 550,00 EUR kauften sie Waschmittel ein, um für jede Familie eine Packung zur Verfügung stellen zu können.

“Waschmittel, Haushaltsreiniger und Pflegemittel gehören nicht zu den üblichen Spenden für den Caritas-Warenkorb, deswegen können wir sie nur nach entsprechend finanzieller Unterstützung an die Bedürftigen weitergeben”, so Johanna Lienkamp.

Die Helfer/innen konnten die Sonderausgabe für Brotwaren im Caritas-Warenkorb dazu nutzen, dieses besondere Geschenk an die Familien weiterzugeben.

Für Hildegard Hartmeier und Johanna Lienkamp bedeutete der Einsatz an diesem Nachmittag die Bereitstellung von ca. 4 Stunden ihrer Freizeit.

Josef Hörnemann vom Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf, der mehrere solcher Projekte trägt, hält das Engagement von Ehrenamtlichen gerade in der Wohlfahrt für unverzichtbar.

Allein für die Projekte des Caritas-Kleiderladens und des Caritas-Warenkorbes stellen sich aktuell insgesamt ca. 80 Mitbürgerinnen und Mitbürger in Warendorf zur Verfügung, die täglich bzw. wöchentlich viele Stunden ihrer Freizeit opfern und sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen.

Zur Vorbereitung der freitäglichen Warenkorb-Ausgabe sind beispielsweise Johanna Lienkamp und Hildegard Hartmeier jeden Donnerstag von 17.00 – 21.00 Uhr vor Ort. Wenn die Helfer/-innen dann freitags im Dienstplan für die Ausgabe eingeteilt sind, dann kommt ein weiterer Einsatz von 9.00 – ca. 13.00 Uhr dazu, der durchaus anstrengend sein kann: “Wenn man dann am frühen Nachmittag nach Hause kommt, dann schmerzen schon ’mal die Beine”, so eine Helferin.

Auf die Frage, warum die Helferinnen sich dennoch jede Woche erneut aufraffen, kommt die Antwort wie aus einem Munde: “Das Gefühl, sich für die Gemeinschaft und für die Bedürftigen einzusetzen und ihnen etwas Gutes zu tun, macht Freude und motiviert, weiter zu machen. Auch die Dankbarkeit der Leute tut gut!”

Johanna Lienkamp und Hildegard Hartmeier, sowie ihre vielen Kolleginnen und Kollegen in Warendorf reihen sich mit dieser Überzeugung allein auf Caritas-Ebene in eine große Schar von Menschen ein, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren. Im Bistum Münster sind es rund 12.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die hauptamtlichen Dienste der Caritas unterstützen. Sie sind vor Ort in den Pfarrgemeinden aktiv und knüpfen ein dichtes soziales Netz.

Besonders sie kennen die Nöte der Menschen vor Ort und können deshalb schnell und unbürokratisch helfen.

Damit setzen sie ein starkes Zeichen für mehr Solidarität. Ihnen ist es nicht egal, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Sie packen an, wo sie gebraucht werden.

Einziger Dank für das vielfältige Engagement ist das “Dankeschön” der Menschen, für die sie sich im Einzelfall engagieren. Über diesen Dank hinaus können die Freiwilligen allerdings auch persönlich von ihrem Engagement profitieren. Sie erleben, was es heißt, gebraucht zu werden, sie haben Spaß bei ihrem Einsatz und lernen neue Menschen kennen. Dazu können sie ihre Kompetenzen ausbauen, sich in einzelnen Projekten fortbilden und Kenntnisse in der sozialen Arbeitswelt erwerben. Die Ehrenamtlichen sind für ihre Tätigkeit über den Caritasverband versichert.

“Wir könnten gerade unsere – auf direkte Hilfe vor Ort ausgerichteten – Dienste nicht aufrecht erhalten, wenn es das Ehrenamt in den Gemeinden nicht gäbe”, so Josef Hörnemann, der hofft, dass noch viele Menschen aus dem Kreis Warendorf sich dazu entscheiden, einen Teil ihrer freien Zeit in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen und sich ehrenamtlich zu engagieren.


Bildunterschrift: Johanna Lienkamp (l.) und Hildegard Hartmeier setzen sich wie viele andere ehrenamtlich bei der Caritas ein. (Foto:Caritas)