Herausforderung und Spaß inclusive

Heinrich Tellen Schule sucht noch Integrationshelfer

Sophia assistiert als Praktikantin liebevoll der 18jährigen Schülerin Pia beim LernenWenn Sophia morgens um 8.00 Uhr die 18jährige Pia vom Schulbus abholt, dann gibt es erst einmal ein großes Hallo. Pia erzählt ihrer Integrationshelferin, während diese ihren Rollstuhl zur Schulklasse schiebt, gern von der Busfahrt und den Ereignissen des letzten Nachmittags im Elternhaus. Mit viel Unterstützung von Sophia, die für ein Jahr als Integrationshelferin in der Heinrich Tellen Schule arbeitet, gelingt es Pia die Jacke auszuziehen. Eine kurze Strecke kann Pia dann ihren Rollstuhl selbst fahren. Gemeinsam mit Sophia kann sie nun am Unterricht und Klassenleben ihrer Berufspraxisstufe 3 in der Warendorfer Förderschule für geistige Entwicklung teilnehmen.

Denn ob beim Rollbrettfahren, Reiten oder und Schwimmen, im allgemeinen Unterricht, beim Essen und Trinken oder der Körperpflege, immer ist Sophia in der Nähe und assistiert so viel wie nötig und so wenig wie möglich. So kann Pia an fast allen Unterrichtsangeboten der Klasse teilnehmen oder zum Beispiel zu einem besonderen Sportangebot rollen. Und wenn Pia in einer Arbeitsgruppe allein mitmachen kann, sind schnell andere Schülerinnen und Schüler da, die Sophia um Unterstützung bitten.

Stefan Gärtner engagiert sich in seinem Zivildienst für FlorianStefan Gärtner, der seinen Zivildienst als Integrationshelfer an der Förderschule ableistet, kann sich mit dem 10jährigen Florian, dem er vornehmlich assistiert, nicht so einfach unterhalten. Florian kann zwar sehr gut verdeutlichen, was er möchte, aber eben nicht mit Worten. Und manchmal sitzt ihm auch der Schalk im Nacken, und Stefan Gärtner muss darauf achten, dass das Fördermaterial nicht durch den Raum fliegt. Auch Florian benötigt über den ganzen Tag hinweg einen Integrationshelfer, der ihn auf allen Wegen, bei der Kommunikation und beim Spiel mit anderen Kindern, beim Essen und Trinken, beim Gang zur Toilette, beim Reiten, beim Lauftraining und vielem mehr unterstützt. Ohne diese Unterstützung könnte Florian nicht die Schule besuchen. In Florians Klasse sind zehn Schülerinnen und Schüler und die Lehrerin oder der Lehrer müssen für alle da sein.

Für diese herausfordernde und anspruchsvolle Tätigkeit sucht die Heinrich Tellen Schule auch im nächsten Jahr wieder etwa 15 junge Menschen, die als Zivildienstleistende oder im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres oder Praktikums Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung oder einer mehrfachen Behinderung beim Schulbesuch unterstützen wollen. Noch sind Plätze für das Schuljahr 2008/2009 sowohl für Zivildienstleistende als auch für Praktikantinnen und Praktikanten frei “Für junge Menschen, die sich als Integrationshelfer bei uns engagieren, ist das Zusammenleben mit unseren Schülerinnen und Schülern oft persönlich sehr bereichernd”, weiß Josef Niehenke, Schulleiter an der Heinrich Tellen Schule, zu berichten. “Außerdem bekommen sie einen guten Einblick in die Heilpädagogik und manchmal entsteht daraus sogar die Entscheidung für einen heilpädagogischen Beruf.”

Ab August sind wieder Praktikumplätze, Plätze für ein freiwilliges soziales Jahr und Zivildienstplätze frei. Interessenten erhalten Auskunft in der Schule unter der Telefonnummer 02581/8031.

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LINK: Heinrich-Tellen-Schule, Warendorf

BILD 1: Sophia assistiert als Praktikantin liebevoll der 18jährigen Schülerin Pia beim Lernen, beim Essen und Trinken und im gesamten Schulalltag.

Bild 2:Stefan Gärtner engagiert sich in seinem Zivildienst für Florian, damit er in der Schule mitmachen kann.