Heinrich-Tellen-Schule wird 40 Jahre alt

Förderschule für geistige Entwicklung
aus: Die Glocke Warendorf (gl). Schule ist Pflicht. Und sie prägt oft ein ganzes Leben lang. Die Heinrich-Tellen-Schule als Förderschule für geistige Entwicklung feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen mit einem großen Fest am 5. Mai.

Glücklich schätzt sich oft derjenige, der sich an seine Schulzeit positiv zurückerinnert. So melden es viele ehemalige Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Tellen-Schule immer wieder zurück. Auch die ehemaligen Lehrer schwärmen von ihrer Schule.

Bevor die Schule im Schuljahr 1977/78 offiziell als Schule mit Standort in Neuwarendorf eröffnet wurde, entstand schon 1968 eine Tagesbildungsstätte für Menschen mit einer geistigen Behinderung in Gröblingen, seit 1970 unter der Trägerschaft der Caritas im Kreisdekanat Warendorf. Namensgeber der Schule wurde der 1972 verstorbene Füchtorfer Heinrich Tellen, der Priester und viele Jahre Caritas-Direktor für das Bistum Münster war.

Über die vergangenen Jahre hat sich die Förderschule fest in der Schullandschaft des Kreises Warendorf etabliert. Die bei Gründung eher geringen Schülerzahlen von zirka 50 sind mittlerweile auf mehr als 100 angestiegen. Trotz der politischen Entwicklung, bei der Förderschulen immer wieder hinterfragt werden, besteht die Schule als wichtiger Bildungsstandort. Aktuell besuchen 107 Schüler von sechs bis 20 Jahren die Schule und werden in elf Klassen unterrichtet.

„Wir begleiten unseren Jüngsten bei den ersten Schritten als Schulkind und entlassen unsere Großen direkt in das Arbeitsleben“, beschreibt Schulleiter Tobias Mörth die Spannbreite seiner Schülerschaft. Die meiste Zeit des ganztägigen Schulbetriebes werden die Klassen von einem zweiköpfigen Lehrerteam oder in kleinen Lerngruppen gefördert. Komplex beeinträchtigte Kinder und Jugendliche haben eine Einzelbegleitung durch Schulbegleiter.

Neben dem lebenspraktischen Unterricht, der traditionell als wichtiger Lernbereich der Schule gilt, ist in den vergangenen Jahren das klassische schulische Lernen immer weiter in den Fokus gerückt. „Leider denken viele Menschen immer noch, dass an einer Förderschule für geistige Entwicklung hauptsächlich gespielt, gemalt und gebastelt wird“, erklärt Mörth. „Aber in allen unsere Klassen lernen die Schüler Lesen, Schreiben und Rechnen. Jeder Mensch wird hier individuell gefördert und gefordert. Für den einen bedeutet Lesen, dass er eine Situation erkennt, in der er sich wohlfühlt oder mit seinem iPad kommunizieren kann, für den anderen bedeutet Lesen, alle Buchstaben zu kennen und ein Buch zu lesen.“

Buntes Fest findet am 5. Mai statt

Warendorf (gl). Bei dem Festakt am 5. Mai öffnet die Heinrich-Tellen-Schule ab 15 Uhr ihre Türen und feiert ein buntes Schulfest, bei dem der Spaß im Mittelpunkt stehen soll.

Neben Spiel-, Bastel- und Schminkaktionen können die Besucher verschiedene Aufführungen der aktuellen Schulgruppen, einen Foto-Rückblick auf die vergangenen Jahre und ein großes Küchenbuffet mit Zeit zum Klönen und Quatschen erwarten.

„Wir freuen uns auf nette Gespräche und Geschichten aus 40 Jahren Heinrich-Tellen-Schule. Wir freuen uns auf unsere Schülerinnen und Schüler, Eltern und Freunde der Schule. Es wäre toll, viele Ehemalige wieder zu treffen“, blickt Schulleiter Tobias Mörth auf das Ereignis am 5. Mai voraus.