Gemeinsamer Weg führt bei Kindern zu Veränderungen

400 Teilnehmer bei Fachtagung von Erziehungshilfe St. Klara
aus : die Glocke
Zum zehnjährigen Bestehen ihrer Beratungsstelle für Pflegefamilien und Sozialpädagogische Lebensgemeinschaften hat die Erziehungshilfe St. Klara des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf einen Fachtag zu Grundlagen und Methoden der Beratung veranstaltet.
Den Titel dieser Veranstaltung hatte das Vorbereitungsteam der Lebensweisheit „Reden ist Silber, …“ entlehnt.
400 Mitarbeiter aus Fachdiensten und Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und eine Vielzahl von Pflegeeltern des gesamten Münsterlands und darüber hinaus waren in die Reithalle auf Hof Lohmann gekommen und nahmen vielfältige Eindrücke, aber auch hilfreiche Ideen und Tipps mit nach Hause.
Ben Furman, finnischer Arzt, Psychiater und Psychotherapeut, Mitbegründer und Leiter des Zentrums für Kurzzeittherapie in Helsinki, wirbt und überzeugt immer wieder für den lösungsfokussierten Ansatz in der Arbeit mit jungen Menschen.
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Berater, Therapeut und Klient arbeiten demnach in einer wertschätzenden Beziehung auf Augenhöhe zusammen und entdecken gemeinsam die Fähigkeiten des Klienten, die dann für neue Lösungsansätze genutzt werden können. Dies erfordere insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein radikales Umdenken, weil es eben nicht um Ursachenforschung und Schuldzuweisung gehe, sondern darum, einen gemeinsamen Weg mit dem Kind zu finden, sagte der Experte. Dadurch werde eine dauerhafte Verhaltensänderung nachhaltig unterstützt. Furman nannte in seinen Vorträgen auch ein Paket an „Werkzeugen“, die sicher bei vielen Tagungsgästen in deren Arbeit Einzug halten werden. „Impact – Techniken“ steht für einen methodischen Zugang, von dem in Zukunft sicher noch viel zu hören sein wird.
Prof. Dr. Torsten Ziebertz aus Bochum stellte diese den Zuhörern vor. Darauf gestoßen sei er auf seiner Suche nach Beratungstechniken, die über die Sprache hinausgehen. Bei den Impact-Techniken werden viele der fünf menschlichen Sinne genutzt, um sich schneller und dauerhafter Erkenntnisse und Handlungsalternativen nutzbar machen zu können. Mit kreativen Mitteln, Bildern, Symbolen und Metaphern wird dem Gedächtnis ermöglicht, Informationen leichter und nachhaltiger aufzunehmen. In vielen Beratungs- und Therapiekontakten sei diese Methode – gerade für Kinder – einziger Ansatzpunkt, auf den sie reagieren könnten, um sich dann entsprechend einbringen zu können.
Dritter Referent war der Chefarzt der Klinik und Tagesklinik Walstedde, Dr. Khalid Murafi. Dr. Murafi beschrieb in seinem Vortrag die unterschiedlichen psychiatrischen Bilder und deren Bedeutung für die Beratungsarbeit beziehungsweise den alltäglichen Umgang. Dazu konnte er aus seinem Erfahrungsschatz eine Vielzahl an Beispielen darstellen.