Für Menschen, denen es schlecht geht

Von Franziska Collet

Caritas WarenkorbWarendorf. Es ist kalt an diesem Vormittag im März, der Wind pfeift durch die Altstadt, der Himmel ist grau und wolkenverhangen. Auf dem Wochenmarkt herrscht trotzdem ein buntes Treiben, Händler preisen ihre Produkte an. Es wird großzügig fürs Wochenende eingekauft.

Doch nicht jeder kann sich einen Einkauf auf dem Markt leisten. Für diese Menschen hat die Caritas den so genannten Warenkorb eingerichtet. Dort werden Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. Jetzt ist der Warenkorb umgezogen: Von der Übergangslösung im Pfarrheim St. Laurentius in die Oststraße. In dem Ladenlokal sind die Wände zwar noch kahl, doch bietet es ausreichend Platz.

Seit Dezember 2006 gibt die Caritas an jedem Freitagvormittag von 11 bis 12 Uhr Lebensmittel-Spenden von hiesigen Geschäften an Bedürftige aus. Einzelpersonen zahlen dabei einen, Zwei- und Mehrpersonenhaushalte zwei Euro. Die Spenden werden nur an Bedürftige ausgegeben, die aus Warendorf und den Ortsteilen kommen und die sich vorher beim Caritasverband angemeldet haben. Dafür warten dann freitags namentlich gekennzeichnete Lebensmittelkörbe auf die Menschen.

In diesen Körben findet sich nahezu alles: Frisches Obst und Gemüse, Kaffee oder Tee, Brot, Butter, Eier, all das, was die Geschäfte aussortieren müssen, weil das Verfallsdatum in Kürze abläuft. Doch wir geben keine Nahrungsmittel aus, deren Verfallsdatum schon abgelaufen ist, betonen Agnes Laumann und Maria Hauphoff.

Die beiden Frauen arbeiten ehrenamtlich bei der Ausgabe, denn ich will Menschen, denen es schlechter geht als mir, helfen und nicht untätig daneben sitzen, erklärt Agnes Laumann den Grund für ihre Mitarbeit.

Ungefähr 110 Hilfsbedürftige, schätzt Josef Hörnemann vom Sozialmanagement des Caritas-Kreisverbandes, kommen wöchentlich zur Lebensmittelausgabe. Unter ihnen nicht nur Obdach- oder Arbeitslose, sondern auch Hartz-IV-Empfänger, alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern, die so genannte neue Armut, von der in der letzten Zeit so oft die Rede ist, wird auch im beschaulichen Warendorf sichtbar.

Die Gesichter der Menschen, die an diesem Tag in den Warenkorb in der Oststraße kommen, sind vom Leben gezeichnet, Leid und Elend ist in ihnen sichtbar. Aber gleichzeitig auch die Freude oder vielmehr die Erleichterung darüber, überhaupt die Möglichkeit des Warenkorbs nutzen zu können. Dort muss keiner Rechenschaft darüber ablegen, warum er kommt und seine Waren so preiswert ersteht. Wer aber das Bedürfnis nach einem Gespräch, ein paar aufmunternden Worten hat, der stößt auf offene Ohren.

Damit der Warenkorb der Caritas weiterhin existieren kann, sind zweierlei dringend gefragt: Weitere ehrenamtliche Helfer und Lebensmittelspenden. Infos dazu gibt es bei Josef Hörnemann vom Caritasverband unter 02581 / 945956. Dort können auch Bedürftige ihre Anträge für den Warenkorb stellen.

Quelle: Westfälische Nachrichten (Warendorf) | Dienstag, 13. März 2007

Caritas Warendorf - Warenkorb