Frühberatung im Café Kinderwagen ist erfolgreich

aus: Die Glocke – von Harald Hübl
Ennigerloh (gl). Was tun, wenn der Säugling da ist? Mache ich alles richtig, oder was mache ich falsch? Wie entwickelt sich mein Kind? Diese und weitere Fragen stellen sich junge Mütter und Väter immer wieder. Barbara Ehring-Hüttmann hat sich seit September 2012 dieser Fragen im Café Kinderwagen in der Pestalozzischule Ennigerloh angenommen und den Eltern Hilfestellung gegeben.

Seit September war die Mitarbeiterin der Heilpädagogischen Frühförderung im Caritasverband des Kreisdekanats im Rahmen der Frühberatung Ansprechpartnerin für Eltern mit Kindern im Alter von bis zu zwei Jahren – und zwar zu den normalen Öffnungszeiten des Cafés: dienstags zwischen 9.30 und 11 Uhr.

Dann kommen junge Mütter und Väter in ungezwungener Atmosphäre regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen, sich Tipps zu holen oder um Kaffee zu trinken. Zwischen Spielteppich und Wickeltisch können dort Kontakte geknüpft werden, und das haben sich die Initiatoren zu eigen gemacht. Herausgekommen ist ein richtungsweisendes Projekt. Barbara Ehring-Hüttmann griff nach umfangreichen Gesprächen Themen wie Sprachentwicklung, Wickeln, einen guten Kontakt herstellen oder spielend die Entwicklung fördern auf und stellte Informationseinheiten zusammen. Dazu bediente sie sich der Video-Interaktionsanalyse nach der Marte-Meo-Methode. Sie nutzt die Kraft der Bilder.

Informationen zum Thema werden mit zwei bis drei ausgesuchten Videoclips verdeutlicht, die alltägliche Situationen darstellen, die die Eltern kennen. „So wird ein starker Bezug zum Alltagsleben hergestellt“, erklärt Stefan Hunfeld, Leiter der Heilpädagogischen Frühförderung. „Ziel ist es, dass die Eltern ein besseres Bild von sich und ihrem Kind bekommen, was sich positiv auf die Entwicklung und das Verhalten von allen auswirkt.“

Das Projekt ist über das Jugendamt des Kreises fachlich in das Landesmodellprojekt „Kein Kind zurücklassen“ eingebunden. „Es ist ein voller Erfolg“, stellt Daniel Bögge vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familie des Kreises fest. Ermöglicht wurde die Einstiegsphase in die Frühberatung durch die Caritas-Gemeinschaftsstiftung beim Diözesanverband in Münster, die 2000 Euro zur Verfügung stellte. Jetzt werden weitere Geldgeber gesucht, die dieses richtungsweisende Projekt unterstützen möchten