Familiengefühl – nur ohne Mutter und Vater

Erziehungshilfe St. Klara

aus: Die Glocke, von Till Junker

Die neue Außenwohngruppe der Erziehungshilfe St. Klara ist gestern offiziell eingeweiht worden. Das Haus, das seit 2008 von der Einrichtung genutzt wird, wurde erweitert und renoviert. Propst Rainer B. Irmgedruth segnete die neuen Räume an der Hammer Straße.

Bis zu acht Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren werden hier von sechs pädagogischen Mitarbeitern der Erziehungshilfe rund um die Uhr betreut. Die Wohngruppe ist als Langzeitgruppe konzipiert. Die Bewohner können bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahrs dort bleiben. Momentan leben sieben Jugendliche in dem Haus. Die Minderjährigen stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen. „Es wird eine familienähnliche Wohnsituation geschaffen – nur ohne Mutter und Vater“, erklärt Dr. Christoph Heckmann, Leiter der Erziehungshilfe.
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Seit 2008 besteht die Wohngruppe. Bewusst haben die Verantwortlichen nach einem Haus in einem „normalen Wohnumfeld“ gesucht. Es gibt kein Schild oder andere Anzeichen, die auf eine Einrichtung der Erziehungshilfe hindeuten. „Kinder und Jugendliche sollen hier ganz normal aufwachsen“, betont Heckmann. Die Wohnbedingungen seien anfangs nicht die besten gewesen, aber das Haus hatte eine heimelige Atmosphäre, die für Kinder und Jugendliche wichtig sei, sagt Heckmann. Der Altbau wurde renoviert und erweitert. Den Bewohnern stehen nun 224 Quadratmetern Wohnfläche zur Verfügung.

Der Fachbereichsleiter Jugend und Soziales der Stadt Beckum, Herbert Essmeier, hob die Bedeutung des pädagogischen Konzepts und die Arbeit der Erziehungshilfe hervor. Jeder junge Mensch, der in dem Haus lebte, soll später sagen können, „hier wurde ich akzeptiert und respektiert – hier war mein Zuhause.“