Entspannter Urlaub ohne Packen und Reisestress

Caritasangebot für Senioren
aus: die Glocke, von Oliver Baumjohann

„Unsere Senioren sind hitzeresistent“, schmunzelte Horst Möllmann. Ohnehin war es im Milter Pfarrheim angenehmer als vor der Tür, wo am Dienstag Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke herrschten. Vielleicht aber war die Hitze beim achten „Urlaub ohne Koffer“ der Gemeindecaritasgruppen innerhalb der Stadt Warendorf auch ein willkommenes Bonbon.
Mit ein bisschen Phantasie konnten sich die 27 Senioren im Alter zwischen 71 und 93 Jahren so schließlich wirklich in den Urlaub träumen – vielleicht an einen weit entfernten Sandstrand.

Aber auch in der Milter Realität wartet im Laufe der Urlaubswoche ohne Koffer ein abwechslungsreiches Programm auf sie. Ein Bastelnachmittag im Pfarrheim stand ebenso auf dem Programm wie die Besichtigung der Milter Kirche und eine Dorfführung mit Dr. Hermann Mesch sowie eine Ausflugsfahrt zum Schloss Harkotten in Füchtorf. Zudem stellte Ulla Pries ihre Imkerei vor und Kriminalhauptkommissarin Karina Cajo mahnte mit ihrem Vortrag „Wenn der Gasmann zweimal klingelt“ zur Vorsicht vor Betrügern, die sich möglicherweise als Enkel oder Polizisten ausgeben.

Abgerundet wird das Programm mit Gottesdienstfeiern in der Milter Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Neben diesen Aktivitäten bleibt beim „Urlaub ohne Koffer“ immer auch viel Zeit für Gespräche untereinander, was die Senioren sichtlich genießen.

Möglich wird der „Urlaub ohne Koffer“ Jahr für Jahr nur dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Helfer aus den einzelnen Pfarrgemeinden. Zum ersten Mal dabei ist dieses Mal Anne Nüßing. „Meine Mutter hat vor vier Jahren selbst beim ‚Urlaub ohne Koffer’ mitgemacht und war begeistert“, erinnert sie sich. Nun wolle sie einen Beitrag dazu leisten, dass das Angebot auch zukünftig stattfinden kann: „Die alten Menschen sind begeistert und geben einem so viel zurück. Das ist für mich keine Arbeit. Es ist wie Urlaub“, ist Nüßing überzeugt. Um ehrenamtlich beim „Urlaub ohne Koffer“ mithelfen zu können, hat die Alltagsbegleiterin für demenzkranke Menschen an ihrer Arbeitsstelle Urlaub genommen.