Eltern per Video eigenes Handeln bewusst machen

Marte-Meo bei Kindeserziehung

aus: die Glocke, e.B. Wie man mit Hilfe von Videoanalysen Eltern bei der Kindererziehung unterstützen kann, erfuhren mehr als 400 Teilnehmer auf einem Marte-Meo-Fachtag in Freckenhorst, bestens versorgt vom Personal des Hofcafés auf Hof Lohmann.

„Entwicklung aktivieren – Bindung ermöglichen“: Unter diesem Motto hatten der Marte-Meo-Therapeut und Kollegentrainer Stefan Hunfeld und sein Team in der Heilpädagogischen Frühförderung des Caritasverbandes, allesamt Marte-Meo-Therapeuten, die niederländische Pädagogin und Autorin der Methode, Maria Aarts, zum Fachtag eingeladen.

Als Pädagogin arbeitete Maria Aarts in den 70er-Jahren in einem kinderpsychologischen Internat. Dort habe sie gesehen, dass die Psychologen und Eltern nicht dieselbe Sprache sprechen: „Wenn man den Eltern sagt, dass ihr Kind Strukturen braucht und eine liebevolle Umgebung, stellen sich die Eltern immer die eine Frage: Wie macht man das?“, erzählt Aarts.

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Die Folien zum Vortrag von Dr. Miachel Hipp sind hier einzusehen.
Psychisch kranke Eltern, Erziehungskompetenz, Bindungsentwicklung, Warendorf

Also habe sie begonnen, in Familien zu arbeiten, um Eltern auf verständliche Art Hilfestellungen zu geben. Auf diesem Fundament entwickelte Maria Aarts ihre eigene Methode Marte Meo – übersetzt „aus eigener Kraft“.

Die Idee: „Hilfestellungen für Eltern müssen verständlich sein und im Alltag anwendbar“, sagt Aarts. Um zu Eltern vorzudringen, bedienen sich Marte-Meo-Therapeuten der Videokamera. Szenen aus dem Familienalltag werden aufgenommen, dann positive Momente herausgesucht, die den Betroffenen gezeigt werden und aus denen man gemeinsam Schritte erarbeitet. Marte-Meo wird mittlerweile in 41 Ländern weltweit eingesetzt.

Dr. Michael Hipp, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, steckte das Feld wissenschaftlich ab, und zeigte Zusammenhänge zwischen den eigenen Kindheitserfahrungen der Eltern und der Entwicklung einer Bindung zu ihren Kindern auf. Videos machen eigenes Handeln bewusst. „Kinder übernehmen dann oft die Traumabewältigungsmuster der Eltern“, stellt Hipp bei seiner Arbeit immer wieder fest.

Marte-Meo sei eine Methode, mit der man solche Personen erreichen könne. Dr. Hipp: „Wenn sie sich auf Video sehen, fällt es ihnen viel leichter, ihr Tun zu reflektieren.“