Eltern durch Cannabis-Konsum ihrer Kinder stark verunsichert

quadro-Jahresbericht

aus: die Glocke

Kreis Warendorf / Warendorf (gl). Besonders das Thema Cannabis beschäftigt die Suchtberater der Quadro derzeit intensiv, da es sich um eine Droge mit erheblichen Nebenwirkungen handelt, die Eltern häufig ohnmächtig die Veränderungen ihrer Kinder erleben und entsprechend großen Unterstützungsbedarf anmelden lassen. Viele der zumeist jüngeren Klienten (ab 14 Jahren) weisen nach Angaben der Berater einen problematischen, missbräuchlichen oder abhängigen Konsum auf. Dabei zeigten sich – auch aufgrund des frühzeitigen Konsums – viele Störungsphänomene, wie Entwicklungsverzögerungen und psychische sowie kognitive Schäden, heißt es im Quadro-Jahresbericht. „Ich dachte, es ist halt nur Cannabis“, sagte ein Klient im Beratungsgespräch, der mit 16 Jahren mit dem Kiffen begonnen hatte und mittlerweile eine Entzugsbehandlung mit anschließender Therapie beantragt hat, da er sich psychisch – verstärkt oder ausgelöst durch das das Kiffen – extrem beeinträchtigt fühlte und seine Berufsfähigkeit auf dem Spiel stand. Aus Sicht von Quadro kann Cannabis nicht als harmlose und gut zu kontrollierende Droge eingestuft werden.

Bericht präsentiert

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Die Quadro-Sucht- und Drogenberatung betreute im vergangenen Jahr 882 Menschen in den Beratungsstellen in Ahlen, Beckum, Oelde und Warendorf. Nach wie vor bilden Menschen mit Alkoholproblemen die größte Gruppe. Allerdings sei in den vergangenen fünf Jahren ein deutlicher Rückgang dieser Problemlage festzustellen gewesen. Auffällig ist eine Veränderung der Konsumpräferenz bei den Klienten im Bereich der illegalen Drogen. So haben sich die Betreuungszahlen bei Cannabis (121) in fünf Jahren fast verdoppelt. Bei den Amphetaminen (35) gibt es einen Anstieg von 41 Prozent. Klienten mit der Diagnose „pathologisches Spielverhalten“ bilden mit 88 Personen die drittgrößte Gruppe. Diese Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert.

Die Heroinabhängigen beziehungsweise mit einem Ersatzstoff (beispielsweise Methadon) substituierten Menschen bilden mit 46 Personen zwar immer noch die zweitgrößte Gruppe unter den Konsumenten illegaler Suchtmittel, allerdings scheinen Opioide mittlerweile eine weniger große Rolle zu spielen. Im Verlauf der letzten fünf Jahre hat sich die Anzahl der Heroinabhängigen, die die Quadro-Beratungsstelle aufsuchen, fast halbiert. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass diese Zahlen nicht das tatsächliche Konsumentenverhalten im Kreis Warendorf widerspiegeln, sondern nur die Betreuungszahlen der Quadro Sucht- und Drogenberatung.