Die ÖPNV-Gruppe kommt zum Zug

Menschen mit Behinderungen befragen Sendker und Strothmann

aus: Die Glocke – von Stefan Clauser
Neubeckum (gl). Öffnen sich alle Türen automatisch? Sind Fahrplanaushänge auch im Sitzen lesbar? Und finden Rollstuhlfahrer geeignete Toiletten vor? Fragen, die für die meisten Bahnreisenden nicht von allzu großer Bedeutung sind. Für die Bewohner und Mitarbeiter der Freckenhorster Werkstätten schon.

15 von ihnen machten sich daher am Mittwochnachmittag ein eigenes Bild vom Umbau des Bahnhofs Neubeckum. Die Gruppe unter Leitung von Manfred Lensing, Leiter des Christophorushauses in Ennigerloh, hatte zuvor sichergestellt, dass sie kompetente Ansprechpartner vorfindet. Sowohl der Abgeordnete Reinhold Sendker, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bundestag, als auch Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann waren der Einladung zum Gedankenaustausch vor Ort gefolgt.

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Dort erfuhren die interessierten Gäste, dass in die Bahnstation bis 2017 rund acht Millionen Euro gesteckt werden. Die Summe wird unter anderem in den Bau eines neuen Erschließungstunnels investiert. Und der wird jederzeit ein barrierefreies Erreichen der Züge ermöglichen, wie Sendker und Strothmann auf Nachfrage der Besucher darlegten. Einen persönlichen Ansprechpartner wird es in Neubeckum nicht geben, wie Sendker bedauerte. Den Wunsch, Fahrpläne in Großdruck auszuhängen, nahm der Abgeordnete als Anregung mit.

Auf die Frage nach behindertengerechten Toilettenanlagen erklärte der Bürgermeister, dass die Bahn selbst nicht an einen Bau denke. Die Stadt dringe weiter darauf, dass Toiletten für die Bahnkunden bereitgestellt würden. Sollte dies jedoch nicht realisiert werden, könne er sich eine Lösung im Zusammenhang mit der Nachnutzung des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes vorstellen. Denn das spiele bekanntlich in den Planungen der Bahn keine Rolle mehr und warte auf eine neue Verwendung.

Am Ende des etwa halbstündigen Gedankenaustauschs zeigten sich beiden Politiker beeindruckt von der selbstbewussten und gelegentlich durchaus kritischen Art, in der sich ihre Gäste im Dialog kundig gemacht hatten.