Caritas muss sparen

Verband kürzt Leistung für Werkstatt-Beschäftigte / Schließung mehrerer Läden

aus den WN – von Beate Kopmann

– Kreis Warendorf – Mit einem Defizit von 120 000 Euro schließt der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf das Haushaltsjahr 2011 ab. Weil die Kosten nicht ausreichend refinanziert werden, muss die Caritas diesen Fehlbetrag aus Rücklagen decken. „Wir kommen aber auch um weitere Einsparungen nicht herum“, sagt Geschäftsführer Herbert Kraft.

Vorwiegend ist die Caritas in der Behindertenhilfe tätig. Sie unterhält im Kreis vier Kindergärten, zwei Schulen, vier Wohnheime und die Werkstätten mit 1400 Beschäftigten an vier Standorten. Hinzu kommt die Kurzzeitpflege „Lummerland“.

„Im vergangenen Jahr wurde der Tarif im öffentlichen Dienst kräftig erhöht, seitdem geht der Spagat immer weiter auseinander“, erläutert Kraft. Früher habe der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Kostenträger auf diese Tarifsteigerungen reagiert und in der Folge auch die Tagessätze entsprechend angehoben. Weil die Finanznot in vielen Kommunen zu groß sei, passiere das heute aber nicht mehr. „Wir müssen jetzt Läden schließen und können auch den Beschäftigten in den Werkstätten kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld mehr zahlen.“

So sei der Verkaufsladen der Werkstätten in Ahlen bereits im vergangenen Jahr geschlossen worden. Zum Sommer würden jetzt auch die Läden in Warendorf und Beckum dicht gemacht. „Weiter geöffnet bleibt die beiden Läden in Freckenhorst und auf Hof Lohmann.“ Der LWL als Kostenträger habe versucht gegenzusteuern, im dem er mehr Beschäftigte in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln suchte. „Der Erfolg ist bislang aber sehr gering.“ Langfristig befürchtet Kraft, dass es einen weiteren Qualitätsabbau geben könnte.

Bislang beziehen sich die Sparmaßnahmen der Caritas nur auf die Behindertenhilfe. Der Verband, der auch in der Jugendhilfe tätig ist und mehrere Kinder- und Jugendwohnheime unterstützt, sieht in diesem Bereich keine Konsolidierungsmaßnahmen vor. Allerdings wurde bereits im vergangenen Jahr das Aus für die Suchtklinik „Haus Unterberg“ in Beckum beschlossen. Auch hier hatte es zuletzt keine ausreichende Finanzierung gegeben. Demnächst soll das Gebäude als Kinder- und Jugendwohnheim genutzt werden.