Agentur-Chef schraubt bei Werkstätten selbst

Arbeit mit Behinderten

aus: Die Glocke, von Harald Hübl
Kreis Warendorf/Freckenhorst (gl). Mittendrin statt nur dabei. Das war das Motto der Führungskräfte der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster bei ihrem gestrigen Besuch der Freckenhorster Werkstätten.

Ausgestattet mit Sicherheitsschuhen ging es für sie in die verschiedenen Arbeitsbereiche, nicht als Besucher, sondern um dort selbst Hand anzulegen und zusammen mit den Menschen mit Behinderungen zu arbeiten. „Wir wollen die Atmosphäre wahrnehmen und ein bisschen in die Arbeitswelt der Freckenhorster Werkstätten eintauchen. Unser Ziel ist es, ein Stück mitzuarbeiten, deshalb sind wir auch mehrere Stunden in den einzelnen Bereichen“, erklärte Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Alle Team- und Bereichsleiter sowie die Geschäftsführung haben anlässlich der Woche der Menschen mit Behinderungen an dem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz teilgenommen. Es gehe darum, einen Perspektivwechsel zu haben, betonte Fahnemann. Durch die Mitarbeit könne man sich besser in die Menschen hin–einversetzen, die die Unterstützung der Agentur in Anspruch nehmen. „Das kann man am besten, indem man die Arbeitssituation erlebbar macht“, sagte er. „Dadurch können wir einordnen, was diese Menschen brauchen, welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie wir sie gut unterstützen können.“

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Während der Agenturchef dies sagte, drehte er Schrauben in einen Metallblock. Sieht aus der Ferne betrachtet leichter aus als es in Wirklichkeit ist, stellten Fahnemann und Teamleiter Wolfgang Abeln fest. Aber mit etwas Übung ging die Arbeit nach ein paar Minuten flüssiger von der Hand.

Die Mitarbeiter der Schlosserei, in der die „neuen Kollegen“ zum Einsatz kamen, freuten sich über das Interesse an ihrer Arbeit. Sie nahmen die beiden in ihre Mitte und dann wurde gemeinsam geschraubt und auch geredet.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass Inklusion ein richtiger Schritt ist, ich bin aber genauso der festen Überzeugung, dass es immer Menschen geben wird, die man nicht inklusiv auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, deren Bedürfnissen entsprechend unterbringen kann.

Deshalb wird man Einrichtungen wie die Freckenhorster Werkstätten immer brauchen“, sagte der Agenturchef in Richtung Antonius Wolters, den Geschäftsführer der Einrichtung.

Dann war das Gespräch aber auch beendet, schließlich galt es, bis zur Mittagspause noch ein paar Werkstücke fertig zu bekommen.