14 „Hobbits“ bringen Leben ins Haus Unterberg

Neues Domizil für Jungen-Intensivgruppen der Erziehungshilfe St. Klara
aus: die Glocke, von Stefan Clauser
Beckum (gl). „Es geht erstmal nicht darum, Kinder zu erziehen, sondern verlässliche Beziehungen herzustellen.“ Rolf Rosenwick von der Erziehungshilfe St. Klara bringt das Ziel der Arbeit in den Jungen-Intensivgruppen auf den Punkt. Seit einigen Wochen hat die Caritas-Einrichtung mit dem Haus Unterberg einen optimalen Rahmen für die anspruchsvolle Aufgabe gefunden.

Die insgesamt 14 Jungen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren nennen sich die „Hobbits“ und sind aufgeteilt in die beiden gleichstarken Gruppen „Frodo“ und „Bilbo“. Die Namensanleihen bei Tolkiens „Herr der Ringe“ hat ihren triftigen Grund, wie Hobbit-Leiterin Monika Eiken erklärt. Von bösen Mächten bedrängt muss sich in einer Episode der Hobbit Frodo verleugnen und gibt sich als „Herr Unterberg“ aus.

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Eine Steilvorlage für die Neubenennung der Einrichtung in der gleichnamigen Bauerschaft, die bis Mitte vergangenen Jahres als Therapiezentrum für Suchtkranke genutzt wurde. Auf der Suche nach einer anderen Verwendung der geräumigen Immobilie wurde der Kreis-Caritasverband sozusagen im eigenen Haus fündig. Die Erziehungshilfe St. Klara, ohnehin auf der Suche nach einem Domizil für die Doppelwohngruppe, griff gerne zu. Zwischen Beckum und Herzfeld zogen im April neun Jungen vom Paterweg und zusätlich fünf Altersgenossen ein.

Für den geänderten Verwendungszweck wurde das vor nicht allzu langer Zeit bereits grundsanierte Haus zuvor erneut umgebaut. 130 000 Euro flossen in die Arbeiten, die nach den Worten von Caritas-Vorstand Herbert Kraft maßgeblich von der Aktion Mensch bezuschusst wurden.

Dass die heiltherapeutischen Wohngruppen jetzt weit außerhalb Beckums liegen – zunächst war an einen Neubau an der Elisabeth-Selbert-Straße gedacht worden – stört die jugendlichen Bewohner nicht. Einer, so berichtet Rolf Rosenwick schmunzelnd, befand 14 Tage nach dem Umzug: „Das fühlt sich immer noch an wie Ferienfreizeit.“

Insbesondere das große Freigelände, aber auch der „Luxus“ eigener geräumiger Zimmer lassen den manchmal etwas umständlich weiten Weg zur Schule oder zum Sportverein vergessen.