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Interview mit Birte Stuckstedte (Bereichsleitung)

Lummerland (Kurzzeitwohneinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung)

Stand: 03.06.2020

Was ist das „Lummerland“ und wie sieht ein normaler Alltag in der Einrichtung aus?

BS: Das Lummerland ist eine Kurzzeitwohneinrichtung für Kinder und Jugendliche, die zu Hause bei ihrer Familie leben und für einen Urlaub, zur Entlastung der Eltern oder der Erziehungsberechtigten, hier ins Lummerland kommen. Die Kinder reisen montags bis samstags an und bleiben unterschiedlich lange bei uns.

Wie viele Mitarbeiter*innen arbeiten im Lummerland?

BS: Wir haben ein Team von 17 Mitarbeitern*Mitarbeiterinnen mit sehr unterschiedlichen Stellenanteilen – von jungen Studenten*Studentinnen, die zum Beispiel Sonderpädagogik oder Soziale Arbeit studieren und als Wochenendaushilfen bei uns arbeiten, bis zu unseren Fachkräften mit Vollzeitstellen. In der Regel werden sechs Kinder und Jugendliche von drei Mitarbeitern*Mitarbeiterinnen betreut.

Sind es oft die gleichen Kinder, die sie betreuten oder sind es immer unterschiedliche Kinder?

BS: Auf den sechs Plätzen, die zur Verfügung stehen, betreuen wir aktuell Kinder aus 85 Familien, fast alle aus dem Kreis Warendorf. Diese Anzahl ist ziemlich gleichbleibend. Die 85 Kinder teilen sich im Kalenderjahr also sechs Plätze. Es gibt Familien die belasteter sind oder Kinder haben, die mehr Pflege benötigen. Diese Kinder kommen vielleicht alle vier Wochen für ein paar Tage zu uns. Anderen Familien reicht es, dass ihre Kinder zwei, drei oder viermal im Jahr ins Lummerland kommen. Es sind also immer die gleichen Kinder, aber eben aus 85 Familien.

Haben Sie noch freie Kapazitäten oder sind sie gut ausgebucht?

BS: Zum Glück sind wir gut ausgebucht. Andernfalls wäre es auch schwierig sich wirtschaftlich zu halten. 85 Familien ist eine Anzahl mit der wir gut arbeiten können. Neue Familien können wir nur dann aufnehmen, wenn Jugendliche aus diesen 85 Familien zu alt werden – mit 21 Jahren scheidet man aus dem Lummerland aus – wenn Familien wegziehen oder sich Lebenssituation so verändern, dass der Bedarf der Familie nicht mehr gegeben ist. Jedes Jahr werden so ein paar Plätze frei, so dass neue Familien nachrutschen können. Leider gibt es eine Warteliste. Wenn man sich heute im Lummerland meldet, ist es sehr unwahrscheinlich zeitnah einen Termin bei uns zu bekommen, dennoch raten wir allen neuen Familien uns anzurufen und sich frühzeitig auf der Warteliste vormerken zu lassen.

Wie wird der Aufenthalt im Lummerland finanziert?

BS: Die Finanzierung ist eine Kombileistung. Die Pflegekasse zahlt für jedes Kind, unabhängig des Pflegegrades, bis zu 1612 € Kurzzeitpflegekosten im Jahr. Die Restkosten übernimmt der Landschaftsverband, auch um einer frühzeitigen Aufnahme in ein stationäres Wohnen von Kindern oder Jugendlichen entgegenzuwirken. Der Landschaftsverband investiert in die Entlastung von Familien.

Welche Aktivitäten finden an einem Urlaubstag im Lummerland statt?

BS: Das ist sehr unterschiedlich. An einem normalen Wochentag besuchen alle Kinder von uns aus ihre Schulen. Wir betreuen mittlerweile fast ausschließlich Kinder, die im Kreis Warendorf zu Hause sind und somit die Förderschulen in Warendorf, Beckum und Oelde besuchen. Wenige gehen auf die Regelschulen. Die Kinder und Jugendlichen kommen nachmittags erst relativ spät, zwischen 15:00 Uhr und 15:30 Uhr zum Lummerland zurück. Dann finden kleinere Ausflüge oder andere Beschäftigungen statt. Wir verpflegen uns komplett selbst, sprich es muss eingekauft werden. Wir überlegen, was die Kinder und Jugendlichen abends noch essen möchten und was am Wochenende gekauft werden soll. Vielleicht besuchen wir noch den Spielplatz, gehen spazieren, machen ein Picknick oder Grillen im Garten – all die Dinge, die man eben zu Hause auch tun würde. Am Wochenende, wenn mehr Zeit zur Verfügung ist, machen wir größere Ausflüge und orientieren uns an den Ideen der Kinder. Wir machen Ausflüge in Freizeitparks oder gehen ins Schwimmbad – alles, was sich Kinder im Urlaub so wünschen.

Wie sieht der Erstkontakt aus?

BS: Wir glauben und hoffen, dass wir mittlerweile im Kreis Warendorf recht bekannt sind. Spätestens, wenn die Kinder in den Kindergarten, den Förder-Kindergarten oder in die Schule gehen, bekommen die Eltern Informationen über das Lummerland. Die Eltern nehmen dann Kontakt zu uns auf und wir vereinbaren einen Termin. Sie kommen dann, entweder mit oder ohne Kind, vorbei und schauen sich das Lummerland in aller Ruhe an. Beim Erstkontakt gebe ich allen Eltern mit auf den Weg, dass sie keine Sorge haben müssen, ihre Kinder bei uns zu lassen. Viele Eltern tun sich schwer mit Gedanken ihre Kind in fremde Hände zu geben. Die Eltern und die Kinder sollen einfach reinschnuppern, um zu erfahren wie sie sich bei uns fühlen, wie die Gruppe aufgebaut und die Betreuung ist. Die Eltern können selber entscheiden, ob sie sich einen Aufenthalt für ihr Kind vorstellen können. In der Regel ist das Eis schnell gebrochen und die Eltern fühlen sich wohl. Erst dann geht es langsam in Richtung Planung: Was würde den Eltern guttun? Was ist für das Kind realistisch? Sollen wir mit einer Nacht starten oder mit einer Woche. Das ist ganz unterschiedlich, so wie der Bedarf der Familie ist. Auch das Alter der Kinder und die Grade der Behinderungen sind individuell. Wir betreuen Kinder mit ganz leichten geistigen Behinderung bis zu komplexen mehrfachen Behinderungen.

Was hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verändert?

BS: Alles – das kann man so sagen. Beginnend damit, dass auch wir das Lummerland für mehrere Wochen schließen mussten. In dieser Zeit gab es viele Anrufe von Familien, die die Situation sehr belastet hat. Die Eltern durften nicht mehr arbeiten und haben ihre Kinder 24 Stunden, sieben Tage in der Woche betreut. Wir stehen viel mit dem Landesjugendamt in Münster, mit den Jugendämtern im Kreis Warendorf und mit dem Gesundheitsamt in Kontakt und haben nach Möglichkeiten gesucht diese Familien zu entlasten und eine Belegung im Lummerland wieder möglich zu machen. Wir dürfen jetzt wieder Kinder aufnehmen und stellen uns seitdem eigentlich wöchentlich auf neue Änderungen ein, da Gesetzestexte überarbeitet und Hygienestandards angepasst werden. Die Bedingungen, unter denen wir Kurzzeitwohnen anbieten dürfen, ändern ist ständig. Jetzt gerade ist es aber so, dass wir hier eine Gruppe von glücklichen Kindern zu Gast haben, die Urlaub genießen.

Wie wirkt sich der veränderte Alltag auf die Familien aus?

BS: Das kann man pauschal nicht sagen, weil es sehr unterschiedlich ist. Es gibt Familien, die erstaunt sind, wie gut es plötzlich geht und die feststellen, dass sie gar keinen zusätzlichen Betreuungsbedarf haben. Die Situation ist entspannt und die Kinder haben sich in den neuen, entschleunigten Alltag gut eingelebt. Sicherlich gibt es aber auch Familien, in denen sich ein schwerbehindertes Kind das Kinderzimmer mit zwei gesunden Geschwisterkindern teilt. Wenn dieses Kind den ganzen Tag sehr stark lautiert oder schreit und es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, kommen viele Eltern schnell an ihre Belastungsgrenze. Sie wissen nicht, wie sie den kommenden Tag noch gestalten und dabei gesund bleiben sollen.

Haben sich die Dienstzeiten für die Mitarbeiter*innen verändert?

BS: Geringfügig – unter der Woche, wenn die Kinder hier sind, haben wir die Dienstzeiten nicht verändert. Auch in Coronazeiten benötigen die Kinder 24 Stunden Betreuung. Sprich, es gibt einen Frühdienst, einen Spätdienst, es gibt immer eine Nachtbereitschaft und eine Nachtwache. Wir haben die gleichen Dienstzeiten wie sonst in Ferienzeiten, wenn keine Schule ist. Die ersten Wochen haben wir mit Blockgruppen gearbeitet. Montags kam eine Gruppe von Kindern, die alle gemeinsam am Freitag wieder abreisten. Anfangs war das Wochenende noch frei, um am Montag wieder neue Kinder aufnehmen zu können. Mögliche Infektionsketten sollten auf diesem Weg klar nachweisbar sein. Mittlerweile kommen alle Kinder immer noch montags, können aber bis Sonntag bleiben. Unsere Mitarbeiter*innen arbeiten also wieder unter normalen Bedingungen, wie sie es auch an den Wochenenden oder in den Ferien gewohnt sind.

Aktuell werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen gelockert. Was bedeutet das für das Angebot des Lummerlandes?

BS: Wir verfolgen die Entwicklungen und müssen von Woche zu Woche entscheiden, wie es weitergeht. Nicht alle Familien können sich aktuell eine Aufnahme ihres Kindes im Lummerland vorstellen. Es gibt Familien, die Sorgen vor einer Ansteckung haben und aus dem Grund sehr im Zwiespalt zwischen ihrer eigenen Belastung und einer möglichen Infektion des Kindes sind. Mitte bis Ende Mai mussten sich alle Kinder, die zu uns ins Lummerland kommen wollen, testen lassen. Die Eltern mussten mit ihren Kindern nach Warendorf zur Teststelle fahren und dort ein Abstrich vornehmen lassen, da wir nur Kinder mit einem negativen Testergebnis aufnehmen durften. Auch das hat sich mittlerweile aber wieder geändert.

Gibt es besondere Hygienemaßnahmen, die sie einhalten müssen?

BS: Natürlich achten wir vermehrt auf Händehygiene. Wir versuchen den Kindern, bei denen es möglich ist, auch begreiflich zu machen, wie wichtig gerade Hygiene ist und wie wichtig es ist Abstand zu halten. Es wird sich aber jeder vorstellen können, dass das nicht immer leicht ist. Wir arbeiten mit Kindern mit geistigen Behinderungen, die zum Teil seit sehr vielen Wochen keine Freunde und Freundinnen mehr getroffen haben. Da ist der Jubel, wenn man sich montags im Lummerland trifft, schon sehr groß. Das ist wichtig und sehr schön zu sehen, weil es Kinder sind, die sonst häufig sehr wenige soziale Kontakte haben. Den Kontakt zu unterbinden und eine Begegnung nur auf zwei Meter Abstand zuzulassen ist daher ausgeschlossen. In Pflegesituationen und in Situationen, in denen unsere Mitarbeiter*innen den Kindern und Jugendlichen sehr nahekommen, arbeiten sie mit Mundschutz. Das geht aber nicht dauerhaft. Bei Kindern mit Autismus ist das zum Beispiel sehr schwierig. Von den Lippen ablesen oder Mimik zu deuten ist mit Mundschutz nicht möglich.

Wie gehen die Mitarbeiter*innen mit der Situation um?

BS: Ganz toll – das muss man so sagen. Unsere Mitarbeiter*innen sind hochmotiviert, um die Familien zu entlasten und den Kinder wieder schöne Momente im Lummerland zu ermöglichen: Momente des Urlaubs, der Begegnung, des Zusammenseins und des Spielens. Einfach mal abschalten und nicht an Corona denken. Das ist sehr schön zu erleben, wenn das Team, nach mehreren Wochen Schließung, froh ist wieder im Lummerland arbeiten zu dürfen und alle sagen, wie glücklich sie sind, dass sie hier ihren Job haben. Das sind tolle Rückmeldungen. Wir haben auch ältere Kollegen*Kolleginnen oder Kollegen*Kolleginnen mit Vorerkrankung, für die wir individuelle Lösung gefunden haben, entweder im Lummerland oder in einer anderen stationären Gruppe in einer Einrichtung des Caritasverbandes. Das hat alles sehr gut funktioniert.

Sind schon Mitarbeiter*innen, Kinder oder Jugendliche aus dem Lummerland erkrankt?

BS: Nein, zum Glück nicht. Natürlich sind wir nicht mit allen Familien in Kontakt, bislang gab es aber keine Rückmeldungen zu positiven Fällen aus der Familien. Eine Erkrankung unserer Mitarbeiter*innen kann ich ausschließen. Es gab verschiedene Testungen. Es gab auch Mitarbeiter, die zu Krisenzeiten im Ausland gewesen sind und somit in Quarantäne zu Hause bleiben mussten. Aber positive Fälle, also Corona erkrankte Mitarbeiter*innen und Kinder, hatten wir zum Glück bislang nicht und hoffen natürlich auch, dass es so bleibt.

Gibt es Momente in den letzten Wochen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

BS: Da gibt es viele. Natürlich ist es ein total besonderer Moment als das erste Kind nach der Schließung wieder vor der Tür des Lummerlandes stand. Ein Kind, das einem am liebsten direkt in den Arm fallen möchte und sich freut unsere Mitarbeiter*innen wiederzusehen, das ist schon etwas Besonderes. Kinder, die einfach froh sind, hier wieder am Tisch zu sitzen, anderen Kindern zu begegnen und Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Gerade das sind Momente, die zeigen wie wichtig und notwendig es ist jetzt weiterzumachen.

Interview mit Ulrike Klemann (Leitung)

Fachdienst für Integration und Migration

Stand: 27.05.2020
Fotografie Ulrike Klemann

Ulrike Klemann

Migrationsberatung für Erwachsene, die Integrationsagentur, Flüchtlingsberatung: der Fachdienst für Integration und Migration bietet viele Leistungen an. Welche Struktur verbirgt sich dahinter?

UK: Der Fachdienst für Integration und Migration (FIM) ist aus verschiedenen Bereichen hervorgegangen – unter anderem aus der Aussiedlerberatung, der Beratung für ausländische Arbeitnehmer und der Flüchtlingsberatung. Zum Fachdienst für Integration und Migration gehören jetzt die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE), die regionale Flüchtlingsberatung, die Integrationsagentur, die Ehrenamtskoordinierung und andere Arbeitsbereiche wie Projekt- und Gruppenarbeiten. Dem Fachdienst für Integration und Migration sind auch die Allgemeine Sozialberatung und das Quartiersmanagement angegliedert. Neben Beratung bieten wir Schulungen und Kurse an. Als Integrationsagentur haben wir unter anderem den Schwerpunkt „Interkulturelle Öffnung“, in dem wir seit 2010 Schulungen und Fortbildungen für Erzieher*innen und andere Berufsgruppen durchführen. Für Einrichtungen und Interessierte bieten wir zudem Qualifizierungsmaßnahmen an, begleiten Teams und arbeiten auch mit externen Referenten zusammen. Seminarthemen sind zum Beispiel „Interkulturelle Kompetenz in Zusammenhang mit Geschlechtern, Gesundheit und Krankheit, Migration und Behinderung, Pflege und Betreuung“ oder „Arbeit mit multikulturellen Teams“. Der FIM ist somit Ansprechpartner für Menschen mit Migrationshintergrund, für Einheimische, aber auch Einrichtungen.

Wie viele Mitarbeiter*innen sind den unterschiedlichen Schwerpunkten tätig?

UK: Insgesamt sind im Fachdienst für Integration und Migration, der in zehn Kommunen aktiv ist und drei weitere Kommunen im Kreis mitbedient, sieben hauptamtliche Mitarbeiter*innen tätig, die aber nicht alle in Vollzeit arbeiten. Die zur Verfügung stehenden Stellen sind sehr gering. Wir haben zwei Standorte in Warendorf und Beckum und einen Schwerpunkt Quartiersmanagement in Ennigerloh. Unterwegs sind wir im ganzen Kreisgebiet.

 Wie sieht ihre Arbeit im Kreis aus?

 UK: Mit dem Arbeitsschwerpunkt „Integrationsagentur“ sind wir in diversen Arbeitskreisen, wie zum Beispiel im Netzwerk „Frühe Hilfen“, in mehreren Kommunen aktiv. Wir sind in viele Gruppen in unterschiedlichen Sozialräumen und Netzwerken eingebunden. Projektplanung und Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement werden ergänzt durch die unterschiedlichen Beratungsbereiche. Auch die Koordinierung der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe bezieht sich auf alle Kommunen.

Wie sieht ein normaler Arbeitsalltag beim Fachdienst für Integration und Migration aus?

UK: Alle Arbeitsbereiche haben eigene Abläufe, einen normalen Arbeitsalltag zu beschreiben ist daher schwierig. Regulär haben wir Arbeitszeiten von acht bis sechzehn Uhr. An den Standorten bieten unsere Berater Sprechstunden an und unterstützen darüber hinaus per Mail, Post oder Telefon. Im Bereich der Integrationsagentur und Ehrenamtskoordination wie auch in der Quartiersarbeit sind wir viel am Abend und am Wochenende unterwegs. Auch Gruppenarbeiten und Kursaktivitäten finden oft nicht innerhalb der regulären Arbeitszeit statt.

Was hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verändert?

UK: Die persönliche Beratung unserer Klienten*Klientinnen mussten wir einstellen. Aktuell beraten wir telefonisch, über E-Mail oder per Chat, aber auch auf dem postalischen Weg. Der direkte Kontakt bei unserer offenen Sprechstunde findet aktuell kaum statt.  Die Gruppenangebote sowie Schulungen wurden eingestellt. Wir nutzen digitale Medien, um Kontakte aufrecht zu erhalten.

Wie nehmen Ihre Klienten*Klientinnen den veränderten Alltag wahr?

UK: Zuerst war die Situation natürlich irritierend, wie für jeden von uns. Insgesamt haben unsere Klienten*Klientinnen sowie die Teilnehmer*innen der weiteren Angebote die Veränderungen aber gut angenommen. In der Situation liegt auch eine Chance der Umstrukturierung. Oft erreichen uns jetzt nur noch Fragen oder Probleme, die dringend sind und umgehend gelöst werden müssen. Die Eigenverantwortung und Selbstinitiative unser Klienten*Klientinnen hat zugenommen. Die Berater geben mir die Rückmeldung, dass sie, aufgrund der geringeren Anzahl an Klienten*Klientinnen, mehr Zeit für einzelne Beratungen haben. Die Beratung ist daher intensiver. Mir stellt sich aber schon die Frage, wo die Klienten*Klientinnen sind, die wir nicht mehr erreichen. Haben sie ihre Fragen selber beantworten können oder fehlt ihnen der Zugang zu uns?

Welche Rolle spielt der Fachdienst für Integration und Migration bei der Weiterleitung und Aufbereitung von aktuellen Informationen an Migranten und Flüchtlinge? Sind alle ihre Klienten*Klientinnen gut informiert?

UK: Der Fachdienst für Integration und Migration hat unterschiedliche Zielgruppen: Menschen mit Migrationshintergrund, Einheimische, andere Dienste, Einrichtungen und Institutionen. Die Kollegen*Kolleginnen in der Beratung arbeiten mit Menschen mit Fluchterfahrung oder Menschen, die als Arbeitnehmer gekommen sind. Wir arbeiten aber auch in anderen thematischen Feldern, zum Beispiel mit Elternbegleitern* Elternbegleiterinnen im Rucksackprojekt, Ehrenamtlichen oder in Männer- und Frauengruppen. Wir beraten und unterstützen junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Zum Thema Aufarbeitung von Informationen: Wir informieren, geben Rückmeldung zum aktuellen Stand und erklären die Zusammenhänge in Gesprächen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Informationsflut beschränken wir uns aber auf wirklich notwendige Informationen. Allgemeine Informationen geben wir auf Nachfrage weiter. Wir informieren bewusst, da viele bereits gut aufgeklärt sind. Viele haben Kinder und beziehen Informationen aus den Kindertageseinrichtungen oder Schulen. Wenn man alles doppelt und dreifach weitergibt, ist das einfach zu viel. Darüber hinaus haben wir viele Flüchtlinge, die in Initiativen Mundschutze nähen und mit der Thematik daher vertraut sind. Die Aufklärung hat dann oftmals über Ehrenamtliche stattgefunden.

Gibt es eine besondere Stimmung unter ihren Mitarbeitenden und Klienten*Klientinnen oder ist die Stimmung vergleichbar mit der allgemeinen Unsicherheit die aktuell vorherrscht?

UK: Ich glaube, dass alle zurzeit unsicher sind. Geflüchtete sind Menschen wie du und ich. Sie sind in der Regel schon länger als 14 Tage in Deutschland und stellen daher erstmal keine besondere Risikogruppe dar. Eine anfängliche Unruhe bei unseren Mitarbeitenden, gerade bei den über 60-jährigen, die ja zur Risikogruppe gehören und bei den Ehrenamtlichen hat sich gelegt. Alle halten sich an die Hygienemaßnahmen, gehen mit gesundem Menschenverstand vor und behalten einen kühlen Kopf. Die Sorgen halten sich also einigermaßen in Grenzen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen werden aktuell gelockert. Bieten Sie bald wieder Sprechstunden an?

UK: Aktuell sehen wir vor unsere Sprechstunden nach und nach wieder anzubieten. Wir haben im Eingangsbereich jetzt ein Stehpult mit einem Spuckschutz, so dass wir Beratungen nach Anmeldung wieder durchführen können. Unsere Räumlichkeiten ermöglichen es uns zudem unterschiedliche Eingänge zu nutzen. Beratungen nach Termin könnten wir daher, unter den notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben, anbieten. Wir arbeiten zurzeit an der Umstrukturierung der bisher offenen Sprechstunden. Die Gruppenaktivitäten, die neben der Beratung auch zu unserem Angebot gehören, werden langsam wieder hochgefahren. Aktuell nutzen wir Videochats, um miteinander in Kontakt zu treten. Einige Qualifizierungsmaßnahmen und Schulungen können jetzt auch wieder starten. Ende Mai findet die erste Veranstaltung zum Thema „Die Arbeit mit interkulturellen und diversen Teams“ statt. Vorgabe sind maximal acht Personen in einer eher frontal ausgerichteten Fortbildung, mit Einzelarbeitsmodulen.

Sind schon Mitarbeiter*innen oder Klienten*Klientinnen erkrankt?

Bisher wurden bei zwei Mitarbeiter*innen Testungen durchgeführt. Beide waren negativ. Von Erkrankungen im beruflichen Kontext haben wir weniger gehört, eher im privaten Bereich.

Gibt es Momente in den letzten fünf Wochen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

UK: Eine deutlichere Veränderung des Alltagsgeschehens kann man sich ja kaum vorstellen. Das war auf der einen Seite schon eine Herausforderung. Auf der anderen Seite hat sich uns dadurch aber auch die Möglichkeit geboten das Alltagsgeschehen zu durchbrechen, Möglichkeiten wie digitales Lernen anzunehmen und etwas zu verändern. Es ist eine Chance die etablierten Strukturen in der Beratung und Begleitung zu verändern und Potential in der Selbsthilfe und Eigeninitiativen unserer Klienten*Klientinnen zu wecken. Eine negative Erfahrung ist natürlich die Tatsache mit den Menschen nicht direkt in Kontakt treten zu können, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Beziehungsarbeit ist in der Migrationsarbeit ganz wichtig. Auf dieser Ebene leiden wir natürlich unter der Distanz.

Bringt die aktuelle Situation die Menschen langfristig auseinander oder führt sie sie zueinander?

UK: Ich glaube, dass der Zusammenhalt und die Verantwortung aufeinander aufzupassen wachsen. Darin liegt eine Chance. Jeder sieht natürlich erst einmal seinen eigenen Schutzbereich, da viele Menschen Angst haben. Die Hilfesysteme, die sich trotzdem entwickelt haben, bezeugen aber auch das Gegenteil. Den Blick füreinander zu bekommen, das hat die jetzige Situation gefördert. Das finde ich phänomenal. Aktuell vollziehen viele Menschen einen Perspektivwechsel, sie unternehmen den Versuch nachzuspüren, wie andere empfinden. Das führt zu einer großen Hilfsbereitschaft, von der alle profitieren. Auch im Bereich der interkulturellen Kompetenz ist die Fähigkeit zum Perspektivwechsel elementar wichtig: sich in Menschen mit anderen Ethnien und Nationalitäten hineinzuversetzen und zu überlegen, warum er oder sie etwas anders versteht als ich. Wir machen uns aktuell viele Gedanken darüber, wie wir miteinander umgehen. Langfristig wird uns das zueinander führen.

Interview mit Markus Weber (Geschäftsführer)

Caritas ambulante Dienste (CAD)

Stand: 06.05.2020

Wie sieht ein normaler Arbeitsalltag in den Sozialstationen der CAD aus?

MW: Insgesamt betreuen wir an unseren Sozialstationen rund 2000 aktive Pflegepatienten*Pflegepatientinnen, die jeden Tag, einmal in der Woche oder an mehreren Wochentagen versorgt werden. Die Pflegen beginnen ab circa 6:00 Uhr. Eine große Anzahl unserer Mitarbeiter*innen fährt morgens direkt zu den ersten Kunden*Kundinnen. Mit ihrer Frühdienst-Tour sind unsere Mitarbeiter*innen überwiegend zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr, spätestens 12:30 Uhr fertig. Die Tourensteuerung wird aktuell teilweise auch aus dem Home-Office vorgenommen. Wir haben Zugangsmöglichkeiten geschaffen, um die Leistungs- und Tourenerfassung digital abzubilden und zu speichern. Im Büro haben wir eine Besetzung für mögliche Notfälle oder wichtige Fragen, die unsere Kunden*Kundinnen mit der Einrichtungsleitung oder Stellvertretung besprechen wollen. Am Nachmittag laufen die Nachmittags-Touren und gegen 21:00 Uhr enden die allermeisten Spätdienst-Touren und der Feierabend beginnt.

Wie viele Sozialstationen gibt es und wie viele Mitarbeiter*innen arbeiten bei der CAD?

MW: Wir haben an acht Standorten Sozialstationen, die alle eine eigene IK-Nummer haben, also als eigener Standort von den Pflegekassen anerkannt sind. Bei der CAD arbeiten insgesamt rund 550 Mitarbeiter*innen, dazu gehören nicht nur Kräfte in der Pflege und für Hauswirtschaft und Betreuung, sondern auch Tourenplaner, Leitungs- und Verwaltungskräfte, Stabsstellen für QM und Fuhrparkverwaltung und die Geschäftsführung. Neben den acht Sozialstationen haben wir eine Tagespflegeeinrichtung in Wadersloh und zwei Tages-Betreuungshäuser in Beckum und Oelde. Darüber hinaus unterhalten wir zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz im Wibbelt-Carrée im Oelder Norden. Seit dem 1. April 2020 sind wir auch mit einem Beratungsbüro in Liesborn vertreten. Auch wichtig besonders in dieser Zeit: unsere beiden Auslieferungsstandorte für das momentan stark nachgefragte „Essen auf Rädern“ für die Altkreise Beckum und Warendorf.

Was hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verändert?

MW: In den ersten Tagen war schon eine Verunsicherung zu spüren: Sofort kamen Fragen danach auf, wie es jetzt weitergeht oder wie man sich verhalten muss, wenn man sich krank fühlt. Wir mussten erstmal einen ganzen Stapel an Informationen zusammenstellen und uns darüber klarwerden, was für uns wirklich wichtig ist. Newsletter und Informationsschreiben mussten gefiltert, kompakt geschrieben und so aufbereitet werden, dass das Wesentliche verständlich zusammengefasst ist. Da haben wir jetzt eine gewisse Routine. Auch das Thema Schutzmasken sind wir frühzeitig angegangen. Wir waren mit dem Nähen im Grunde schon fertig, bevor alle anderen auf den Markt kamen und Leistungen angeboten haben. Unsere 2000 Masken waren zu dem Zeitpunkt schon an die Standorte verteilt. Auch die Nachbestellung von Masken und die Besorgung von Desinfektionsmitteln und weiterer Schutzausrüstung haben wir frühzeitig geregelt. Das war zu Anfang auch wegen der erheblichen Lieferengpässe sehr aufregend für alle, aber diese Aufregung hat sich wirklich deutlich gelegt. Wir haben bisher mit den Einrichtungsleitungen zwei Krisentreffen abgehalten. Wenn nicht noch etwas Gravierendes passiert, wird es noch ein weiteres Treffen geben. Das reicht vollkommen aus. Stark verändert hat sich dagegen unsere Projektarbeit, also Arbeiten im Bereich strategischer Weiterentwicklung, dafür haben wir momentan überhaupt keine Kapazitäten. Wir arbeiten wirklich nur im Kerngeschäft: Pflege und Betreuung. Ein Thema mit dem wir uns, wie viele andere Unternehmen auch, leider auseinandersetzen mussten ist Kurzarbeit. Unsere Tagespflegeeinrichtung und Betreuungshäuser sind behördlich geschlossen worden. Für die Kollegen* Kolleginnen ist das Thema Kurzarbeit natürlich erstmal ein Schock gewesen. Wir haben Beschäftigte, die 30, 35 oder 39 Stunden arbeiten. Wenn diese dann, für einen bestimmten Zeitraum, nur noch 60 % ihres Gehalts bekommen sollen, ist das schon sehr ernst. Wir haben auch geringfügig Beschäftigte, die nicht unter die Kurzarbeitsregel fallen. Sich damit zu beschäftigen ist für die CAD alles andere als normal. Da fehlt uns auch das Wissen, weil wir mit solchen Themen sonst nicht konfrontiert sind. Tatsächlich ist es so, dass wir, dank der herausragenden Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten sieben Jahren, wirtschaftlich sehr stark dastehen. Daher müssen wir uns jetzt auch keine Sorgen machen, auch nicht in der Tagespflege und in den Betreuungseinrichtungen, die finanziell von uns unterstützt werden. Es ist ja so: zuerst wird Kurzarbeit beantragt und am Ende wird geschaut, ob sie tatsächlich gebraucht wurde. Die Differenz wollen wir natürlich so gut wie möglich aufstocken. Auch hier haben wir umgehend gehandelt und sind die wichtigsten Fragen schnell angegangen, gerade in Bezug auf die wirtschaftlichen Belange unserer Mitarbeiter*innen. Wir stehen im engen Austausch mit der Mitarbeitervertretung und kommunizieren offen miteinander, da gibt es keine Zurückhaltung oder Geheimnisse. In der Krise zeigt sich der Charakter von Menschen, ich denke das gilt auch für Arbeitgeber.

Wie ist die aktuelle Versorgungslage mit Schutzkleidung und Hygieneartikeln?

MW: Momentan haben wir keine Engpässe. Wir machen eine wöchentliche Abfrage an allen Standorten, erfragen den Bestand und die absehbare Entwicklung. Wir können nach wie vor auch Material beziehen, sowohl persönliche Schutzausrüstung, als auch Desinfektionsmittel. Sicherlich immer noch zu erhöhten Preisen, aber das ist momentan egal. Im Vordergrund steht der Schutz unserer Mitarbeiter*innen und unserer Kunden*Kundinnen.

Welche Erfahrungen machen Ihre Mitarbeiter*innen im täglichen Umgang mit den Menschen, die sie versorgen, beraten und betreuen?

MW: Unsere Kunden*Kundinnen reagieren sehr unterschiedlich, aus unterschiedlichen Beweggründen. Grundsätzlich ist es so, dass wir bei vielen Menschen eine große Verunsicherung festgestellt haben. Was ist das Corona-Virus? Wie kann ich mich schützen? Wie kann ich eine Ansteckung verhindern? Verunsicherung, ob die Pflegekräfte noch kommen oder überhaupt noch kommen sollen. Viele Menschen sind zurzeit in Kurzarbeit oder arbeiten zu Hause und können ihre Angehörigen jetzt selber versorgen. Unsicherheiten im Umgang miteinander haben unsere Mitarbeiter*innen in den letzten Wochen begleitet. Wir können nun mal nicht auf zwei Meter Distanz Körperpflege betreiben. Das funktioniert nicht. Voraussetzung ist ein gegenseitiges Vertrauen, zwischen unseren Kunden*Kundinnen und unseren Mitarbeitern*Mitarbeiterinnen. Wir haben das System der Bezugspflege, nach Möglichkeit sollen also immer die gleichen Mitarbeiter*innen unsere Kunden*Kundinnen betreuen. So entsteht eine Beziehung, ein Vertrauensverhältnis, das in dieser Zeit ganz wichtig ist. Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig noch zulässt. Es geht nicht ohne diese persönliche Bindung und diesen persönlichen Kontakt. Wir haben festgestellt, dass die alten Menschen sehr unter den beschränkten Kontakten zu ihren Familien leiden und dass eine große Traurigkeit da ist. Viele haben angerufen und gebeten, dass wir kommen sollen, damit sie überhaupt noch irgendjemanden sehen.

Sind schon Mitarbeiter*innen oder Kunden*Kundinnen erkrankt?

MW: Ob Menschen, die wir betreuen infiziert sind können wir oft nur mutmaßen. Vermutungen von Kunden oder Angehörigen werden uns oft nicht mitgeteilt. Das ist auch nicht notwendig. Auch die Situation, dass Menschen, die wir pflegen ins Krankenhaus müssen, weil sich der Gesundheitszustand verändert, ist ja nicht neu. Das kann jetzt an Corona liegen, muss es aber nicht. Für unsere Mitarbeiter*innen ist es wichtig, dass sie sich selber gut geschützt fühlen, durch Mund- und Nasenschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel. Das ist alles vorhanden, so dass man hygienisch sauber arbeiten kann. In der Mitarbeiterschaft hatten wir einen bestätigten Corona-Fall, bei einem Kollegen, der aus dem Urlaub zurückgekommen und sofort in Quarantäne gegangen ist. Da er nicht im Dienst war, bestand auch keine Ansteckungsgefahr für andere Mitarbeitende. Darüber hinaus hatten wir vier weitere Fälle mit einem Verdacht auf eine Infektion, die Kollegen*Kolleginnen waren in häuslicher Quarantäne, ein bestätigter Fall war bislang nicht dabei.

Wie ist die Stimmung unter den Mitarbeitern*innen?           

MW: Unsere Einrichtungsleitungen berichten, dass die Kolleginnen und Kollegen sehr ruhig mit der aktuellen Situation umgehen. Hier und da ist ein geringes Maß an Nervosität spürbar, aber gerade unsere langjährig Beschäftigten reagieren sehr professionell. Das Thema ist ähnlich, wie seinerzeit SARS oder MERS oder viele Jahre lang MRSA. MRSA hat uns über drei, vier Jahre begleitet und hat heute keine große Relevanz mehr, weil es als völlig normal gilt. Viele unserer Mitarbeiter*innen haben daher eine abwartende Grundhaltung. Panikreaktionen gibt es nicht. Ich wüsste nicht, dass es eine bemerkbare Zahl an telefonischen Krankmeldungen gegeben hätte. Dafür sind unsere Kolleginnen und Kollegen zu gerne in der Pflege und auch zu professionell eingestellt.

Gibt es besondere Momente in den letzten fünf Wochen, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

MW: Uns ist aufgefallen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen sofort jemanden kannten, der Hilfe angeboten hat. Beim Thema Masken zum Beispiel. Wir hatten sofort zwei riesige Ballen Baumwollstoff, es standen entsprechende Nähmaschine und Menschen, die für uns genäht haben bereit. Alle haben sich gekümmert und haben Hand in Hand gearbeitet. Das ist alles sehr schnell und richtig gut organisiert gewesen, ohne dass man vorher einen riesigen Pandemieplan hätte erarbeiten müssen. Das hat funktioniert, als ob es normal wäre. Das hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Gerade, weil wir alle, mich persönlich ganz ausdrücklich miteingeschlossen, sehr unter den ersten Tagen gelitten haben. Die Analyse der Situation und die Darstellung möglicher Konsequenzen waren, gerade in der ersten Krisensitzung, schon recht bedrückend. Das muss man einfach so sagen, weil man gar nicht fassen kann, was da tatsächlich auf einen zukommt. Wenn ich an die Gesamtwirtschaft in Deutschland und auf der Welt denke, abgesehen von einem vielleicht positiven Effekt auf das Klima, mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft für unsere Kinder, bleibt da ein sehr ungutes Gefühl zurück.