Pflegeportrait: Mohammed Scharro
Sein Grundsatz lautet: Man muss das Herz am rechten Fleck haben. Mohammed Scharro ist überzeugt: "Das zeigt sich im Gesicht." Der 28-jährige Beckumer hat die Pflegedienstleitung beim Ambulanten Dienst des Caritasverbandes Ahlen inne. Er lebt für seinen Job. Dabei ist er eigentlich nur per Zufall in der Pflege gelandet.
Denn nach dem Abitur begann Mohammed Scharro zunächst ein Architekturstudium. Das hat er nach einiger Zeit geschmissen, weil es ihm nicht gefallen hat. "Und dann musste ich etwas anderes machen. Die Bewerbungsfrist war kurz. Ich habe damals nur Arbeit in der Pflege gefunden." Klingt nicht wie die Suche nach dem Traumjob. Aber genau dieser hat sich daraus entwickelt. "Die Pflege hat mich schnell gecatcht", schmunzelt Scharro, der seine Ausbildung später am Edith-Stein-Berufskolleg für Pflegeberufe in Warendorf gemacht hat. Der junge Mann, der in seiner Freizeit gerne ins Fitness-Studio geht, hat "unglaublich viel Spaß am Umgang mit pflegebedürftigen Menschen". Und er ist überzeugt: "Wenn du Gutes tust, wird dir das später selbst im Leben widerfahren."
Mohammed Scharro ist froh, dass er bei der Caritas arbeitet. "Wir werben hier mit diesem Namen. Er hat so eine schöne Bedeutung und steht für Nächstenliebe und Respekt." Dankbar ist der 28-Jährige aber auch für klare Arbeitsabläufe. Davon profitiert er insbesondere in der Pflegedienstleitung, zu der das Klientenmanagement und das Schreiben der Dienstpläne zählen. "Ich möchte wachsen an neuen Herausforderungen", beschreibt er das Ziel, das ihm im Berufsleben wichtig ist.
Inzwischen werde der Pflege viel Respekt gezollt, unterstreicht Scharro. "Anfangs war das nicht so. Ich bin sogar von Freunden belächelt worden, weil ich die Körperpflege fremder Menschen übernommen habe." Heute sei dies nicht mehr so. Im Gegenteil. Er erhalte viel Anerkennung und Wertschätzung für seine Arbeit - auch im Freundeskreis. Sicher habe dies auch damit zu tun, dass die Pflege heute ein gut bezahlter Beruf mit vielen Aufstiegsmöglichkeiten sei.
Kein Wunder: Alle, die in der Pflege arbeiten, stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Scharro nennt ein Beispiel: "Sie kommen für die Grundpflege zu einem Klienten, der bewusstlos im Bett liegt und erst einmal reanimiert werden muss." Dann gehe es nicht darum, emphatisch zu reagieren, sondern einen klaren Kopf zu bewahren. Als Pflegedienstleiter kann er diese beiden Pole gut verbinden: Empathie zeigen und Organisationstalent unter Beweis stellen.