Pflegeportrait Hasret Günes
Zwischen 15 und 55 Kilometer fährt Hasret Günes jeden Tag, wenn sie ihre Klienten zu Hause versorgt. Die 38-jährige Pflegefachkraft arbeitet im Ambulanten Dienst des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf. "Morgens fange ich gegen 6 Uhr an", erzählt sie. Zwischen Harsewinkel, Marienfeld, Greffen und Beelen ist Hasret Günes dann mit dem Auto unterwegs und macht Hausbesuche, bei denen sie vor allem ältere Alleinlebende pflegt.
Je nachdem, ob es sich dabei um Grundpflege handelt - bei der die Klienten beispielsweise geduscht und angezogen werden - oder um Behandlungspflege, die etwa das Wechseln eines Verbandes vorsieht - ist der zeitliche Aufwand sehr unterschiedlich. Dadurch gestaltet sich jede Tour anders. Manchmal sind es nur sieben Menschen, die am Tag gepflegt werden, in der Spitze aber auch schon mal 24.
Für Hasret Günes, die es liebt, mit Senioren zu arbeiten, ist schon deswegen jeder Tag verschieden. Die 38-jährige Mutter, die nach der Ausbildung und anschließender Berufstätigkeit bei der Caritas für einige Jahre zurück in ihre Heimat Istanbul gegangen ist, freut sich, inzwischen wieder in Deutschland zu leben. Insbesondere ihr Sohn habe sich danach gesehnt, zurück nach Westfalen zu gehen. Heute arbeitet die Pflegefachkraft 30 Stunden pro Woche. "Das ermöglicht mir, Familie und Beruf gut zu vereinbaren."
Ursprünglich wollte Hasret Günes Friseurin werden. Aber nach ihrem Schulpraktikum in der Pflege entschied sie sich um. "Nach der Ausbildung habe ich zunächst ein Jahr in einem Pflegeheim gearbeitet", berichtet sie. Ein Arbeitsplatz dort sei für sie heute aber keine Option mehr. Zum einen habe sie die Arbeit im stationären Bereich als anstrengender empfunden, gleichzeitig sei sie aber auch eintöniger gewesen. Gerade im ambulanten Bereich gebe es dagegen viel Abwechslung. Das ist der 38-Jährigen wichtig. "Allerdings ist man auch immer allein unterwegs", gibt sie zu bedenken. In Situationen, in denen es bei der Versorgung der Klienten brenzliger werde, könne dies eine Herausforderung sein. "Aber ich kann mich jederzeit telefonisch im Büro melden und mir dort Unterstützung holen." Hasret Günes lobt die hohe Fachkraftquote bei der Caritas - und überhaupt die Arbeit im Team. "Man kann sich hier aufeinander verlassen," unterstreicht sie. Für die Pflegefachkraft ist das besonders wichtig, denn sie arbeitet als Springerin. Gute Absprachen und Übergaben sind für sie deshalb besonders wichtig. Und obwohl die Klienten oft wechseln, betreut die 38-Jährige manche von ihren schon seit dem Jahr 2023. Damals begann sie mit ihrer Arbeit im Ambulanten Dienst. Eine Berufswahl, die Hasret Günes heute genauso wieder treffen würde.